Routiniert verlief die Mitgliederversammlung der Lebenshilfe Erlangen-Höchstadt (West) im Pfarrsaal von St. Otto in Herzogenaurach. Auf dem Programm standen der Jahresrückblick, Ehrungen, die Entlastung des Aufsichtsrats und dessen Neuwahl.

Wie der Aufsichtsratsvorsitzende Ulrich Wustmann berichtete, hat der Verein derzeit 592 Mitglieder, von denen 65 bei der Versammlung anwesend waren. Mit der Eingliederung der WAB Kosbach übernahm die Lebenshilfe die Verantwortung für 100 Beschäftigte, außerdem über 100 stationäre und 30 ambulante Wohnplätze.

Ein Ziel sei die Gründung einer Fachschule für Heilerziehungspflege in den Räumen am Burgstallerweg mit einem renommierten Träger, der gemeinnützigen Gesellschaft für soziale Dienste in Bayern mit Sitz in Nürnberg. Dadurch soll qualifiziertes Personal für die Einrichtungen der Lebenshilfe herangebildet werden.

Wegweisendes Konzept

Auf Bezirksebene sei der Ausbau der Lebenshilfevertretung erreicht worden, zusätzlich zum hauptamtlichen Bezirksreferenten ist nun eine Fachreferentin angestellt. Diese Konstellation in Mittelfranken sei wegweisend. Wustmann ist sich sicher: "Man muss bereit sein, andere Wege zu gehen, mutig sein, schneller sein, bereit sein, Partnerschaften einzugehen mit Blick auf die Herausforderungen der Zukunft."

Geschäftsführer Josef Hennemann sprach in seiner Rede mehr die operative Ebene an. Seit der Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) habe sich einiges geändert: "Der Betreute ist ,Kunde‘ bei uns!" Die Lebenshilfe werde mehr zum Begleiter, denn "die individuelle Assistenz stellt eine Bereicherung und einen Mehrwert für die Menschen dar".

Der Betrieb der Aurachwerkstatt laufe gut, allerdings gebe es zu wenige Plätze im Bereich der Förderstätten. Auch die schulvorbereitende Einrichtung werde gut angenommen. In Zukunft ist ein Wohnheim in der Beethovenstraße geplant.

Satzungsgemäß waren Neuwahlen für den Aufsichtsrat durchzuführen, dessen Mitglieder sich wieder in Gänze für die Ämter zur Verfügung stellten. Außerdem wurden zahlreiche langjährige Mitglieder geehrt, für die Gitta Lysy daran erinnerte, dass der Verein 35 Mitglieder hatte, als sie vor 45 Jahren dazustieß. "Daraus hat sich etwas entwickelt, auf das wir stolz sein können!"