JOsef Hofbauer Darin sind sich alle Mitglieder des Kreisausschusses einig: Eine Entlastung der hoch frequentierten und verwinkelten Ortsdurchfahrt von Gosberg vom Durchgangsverkehr ist dringend geboten. Andererseits will niemand eine vierspurige Südumgehung von Forchheim. Die SPD Kreistagsfraktion stellte daher den Antrag, sich von einer Verlegung der Bundesstraße 470 durch das Wiesenttal zu verabschieden und stattdessen darauf zu drängen, dass eine Umgehung von Gosberg in den Ausbauplan für Staatsstraßen aufgenommen wird.

Dem erteilte Stefan Arneth vom Straßenbauamt Bamberg eine klare Absage. "Eine kleine Lösung gibt es nicht", unterstrich der Straßenplaner. Bei einer Belastung von 15 000 Fahrzeugen pro Tag müsse die Umgehung Mindeststandards genügen, die sich nicht von einer Bundesstraße unterschieden. Überdies sei die jetzige Linienführung der Kreisstraße zwischen Kersbacher Kreuz und Gosberg nicht für eine solche Belastung ausgelegt, so dass auch dieser Abschnitt ausgebaut werden müsse.

Für Landkreis nicht zu schultern

Dazu kommt: Ein Ausbauprogramm für Staatsstraßen seitens des Freistaates ist laut Arneth nicht in Sicht. Und der Gosberger Bürgermeister Reinhardt Seeber hat gegenüber Landrat Hermann Ulm bereits klar gemacht, dass die Kommune den Eigenanteil für eine Umgehung nicht stemmen könne. Der Landrat stellte klar: Es macht also auch keinen Sinn, seitens des Landkreises für ein derartiges Projekt Fördermittel in Aussicht zu stellen. Er riet deshalb dazu, an dem Kreistagsbeschluss aus dem Jahr 2016 festzuhalten, der eine zweispurige Südumgehung von Forchheim favorisiert. Immerhin stehe dieses Projekt im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes, der mit den Stimmen von CDU, CSU und SPD abgesegnet wurde.

Während Rainer Büttner den geringeren Landverbrauch, die kürzere Strecke und die daraus resultierenden geringeren Kosten und den Verzicht auf eine Wiesent-Querung als Argumente für eine kleine Lösung ins Feld führte, verwies Edwin Dippacher (CSU) darauf, dass es dafür nicht einmal Planungsvorschläge gebe. "Die Bevölkerung muss sich darauf verlassen können, dass wir uns bemühen, für Gosberg eine Entlastung zu schaffen", so Dippacher. Kollege Eduard Nöth warnte: "Der SPD-Antrag birgt die Gefahr, dass dieses Projekt auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben wird."

Die Planung abwarten

Im Bundesverkehrswegeplan dagegen seien für eine Südumgehung von Forchheim - wie sie auch immer aussehen mag - Finanzmittel bereitgestellt. Es sei wenig zielführend, mitten in einem Verfahren die Pferde zu wechseln. Nöth riet: "Wir sollten erst einmal die Planungen zur Trassenführung abwarten und dann darüber diskutieren.

Ernüchtert stellte Karl Waldmann (Die Grünen) fest: "Es wird ein zweispuriger Ausbau der Bundesstraße 470 präferiert. Eine kleine Lösung ist illusorisch. Dann muss man das den Bürgern aber auch in dieser Deutlichkeit sagen."

MdL Michael Hofmann betonte: "Wir müssen die Mär einer kleinen Lösung zu Grabe tragen." Gleichzeitig rief er Rainer Büttner dazu auf, ein Sargträger dieser Variante zu sein. "Wir dürfen den Leuten nicht etwas vorgaukeln, das es so nicht gibt."

Wieder am Anfang

In diesem Zusammenhang erinnerte Hofmann, dass die Südumgehung von Forchheim unter der Rot-Grünen Bundesregierung aus dem vordringlichen Bedarf gestrichen wurde. "Wir könnten schon viel weiter sein. So aber müssen wir wieder bei null anfangen und uns hinten anstellen", kritisierte Hofmann. Es mache keinen Sinn, die Leute die Bäume hochzutreiben, ohne dass es dafür einen Grund gebe. Schließlich erinnerte der Mandatsträger daran, dass auf sanften Druck der Politik nun Lösungen gesucht würden, die auf geringeren Flächenverbrauch bei der Südumgehung abzielten. Folge der Kreisausschuss dem Antrag der SPD, bedeute dies: "Wir fallen den Menschen in den Rücken und lassen sie - angesichts der ungesicherten Finanzierung - am Ende mit nichts dastehen."

Gegen die Stimmen von Karl Waldmann und Rainer Büttner wurde der Antrag der SPD in Sachen Ortsumgehung von Gosberg zurückgestellt. Mit ersten Plänen zur Trassenführung, so Stefan Arneth vom Straßenbauamt Bamberg, sei Ende kommenden Jahres zu rechnen. Die Zeit bis dahin werde für die Umwelt-Verträglichkeitsprüfung benötigt. Die sei gefordert, unabhängig davon, ob eine Staatsstraße oder eine Bundesstraße gebaut werde.