Es ist schon bemerkenswert, dass just zu dem Zeitpunkt, an dem Bürgermeister Helmut Blank wieder genesen ist und seine Amtsgeschäfte antritt, der Ärger um das Hallenbad wieder entflammt und der Planer seinen Auftrag zurückgibt.
Es ist tatsächlich so, dass die Zurücknahme des Auftrags von Andreas Halboth vor allem dem Bürgermeister in die Karten spielt. Wohl auch deshalb kam die Nachfrage von Axel Knauff im Stadtrat, ob nicht doch der Bürgermeister indirekt Einfluss auf die Arbeit im Arbeitskreis "Hallenbad" genommen hat, einem Gremium, das sich seit Monaten mit dem Hallenbad beschäftigt hatte, ohne dass Helmut Blank daran mitwirken konnte. Diese defensive Rolle hat ihm sicherlich nicht gefallen.
Denn jetzt scheinen die Karten wieder neu gemischt zu werden - dieses Mal im Sinne des Bürgermeisters. Alleine die Tatsache, dass ein so weitreichendes Thema dem Stadtrat ganz nebenbei am Ende einer fast vier Stunden dauernden öffentlichen Sitzung im Tagesordnungspunkt "Mitteilungen" untergeschoben wird, spricht schon Bände. "Ich bin genauso verzweifelt wie der Rest der Stadt", kommentierte Axel Knauff am Dienstag die neue Situation.
Aber auch den weiteren Hallenbadgegnern im Gremium kommt der durch die Planer-Vakanz entstandene Zeitdruck vermutlich nicht ungelegen.
Klaus Schebler hat es in der Stadtratssitzung deutlich gemacht, dass für ihn nach dem 18. Dezember der Abbruch fällig ist. Ab diesem Datum ist die Stadt nicht mehr an den Bürgerentscheid gebunden.

Zeit spielt mit
Somit reicht es jetzt eigentlich, auf Zeit zu spielen. Mit jeder Woche, die verstreicht, ohne dass ein neues Planungsbüro den Kostenvergleich zwischen einer Hallenbadsanierung und dem Abriss des Gebäudes errechnet, kommt Blank auch dem Ziel näher, das Hallenbad-Aus endlich zu besiegeln. Denn ab 19.Dezember gilt wieder der Stadtratsbeschluss des Abrisses. Freilich: Der Stadtrat kann seinen eigenen Beschluss ruhen lassen und diese von der Mehrheit der Bürger gewünschte Berechnung endlich auf den Tisch legen. Diese Hoffnung hat 3. Bürgermeister Axel Knauff . Er betont auf Anfrage dieser Zeitung, dass ja aktuell auch kein Geld für den Abriss im Haushalt eingestellt ist.
Der neuerlich aufgeflammte Konflikt um das Hallenbad macht aber auch die Schwäche des Bürgerentscheids deutlich. Die schwammige Formulierung hat Hoffnungen geweckt, das Ruder vielleicht doch noch herum zu reißen, war aber nie ein verbindlicher Auftrag an den Stadtrat, das Hallenbad zu erhalten.
Wenn sich der Bürgermeister weiterhin seiner Mehrheiten sicher ist, braucht er jetzt eigentlich nur noch zu warten...