Rebekka Denz von der Universität Bamberg hält den Vortrag "Judenschul' im Dorf" in Kleinsteinach. Dabei geht es um den Umgang mit ehemaligen Synagogen im ländlichen Raum am Beispiel Unterfranken. Der Termin ist Mittwoch, 25. September, um 19 Uhr

in der alten Schule gegenüber der katholischen Kirche. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht, wie das Museum "Jüdische Lebenswelt" im Riedbacher Gemeindeteil Kleinsteinach mitteilte.

Die jüdische Bevölkerung in Deutschland hat vom Spätmittelalter bis ins 19. Jahrhundert mehrheitlich auf dem Land gelebt. Ein wichtiges Zentrum dieser Ausprägung jüdischen Lebens war Unterfranken. Wer heute aufmerksam durch Unterfranken fährt, stößt in vielen Kleinstädten und Dörfern auf ehemalige Synagogen und Mikwen (rituelle Tauchbäder) oder jüdische Friedhöfe. Die baulichen Spuren zeugen facettenreich vom einstigen reichen jüdischen Leben in dieser Region.

Seit Jahrzehnten engagieren sich Einzelpersonen und Institutionen dafür, die Erinnerung an das jüdische Leben als bedeutenden Bestandteil der fränkischen Landesgeschichte lebendig zu halten. Hierbei hat sich neben der jüdischen Familienforschung als Interessenschwerpunkt der Erhalt von baulichen Spuren herauskristallisiert. Der Vortrag in Klein-steinach will eine Einordnung des staatlichen, aber auch des bürgerschaftlichen Engagements zum Erhalt baulicher Spuren der jüdischen Geschichte wagen. red