Das Freischießen auf der Kronacher Hofwiese gilt als das beliebteste und größte Volksfest in der Region. Im Jahr 1988 fand es bereits zum 400. Mal statt. Aus diesem Anlass wurde eine alte Postkarte von 1890 neu aufgelegt. Und dieses Meisterwerk des bekannten Kronacher Fotografen Johann Friedrich Schmidt findet auch heute noch seine Bewunderer.
Damals, vor 30 Jahren, feierten die Kronacher vom 11. bis 21. August das Jubiläumsfreischießen mit vielen Attraktionen und einem umfangreichen Schießprogramm. Schützenmeister Jochen Stauch, Schatz- und Platzmeister Georg Hofmann, Schützenkönig und Festausschussvorsitzender Hermann Hebendanz, Schriftführer Josef Scharl, Zweiter Schützenmeister Adolf Stützinger sowie die Festausschussmitglieder Herbert Kaiser und Otto Günnel bemühten sich um einen besonders interessanten Ablauf des größten Volksfestes im Frankenwald.
Vor allem auch aufgrund des idealen Wetters strömten täglich Tausende in die Kreisstadt. Neuer Schützenkönig wurde Hilmar Derks, Barbara Schmidt gewann die Damenscheibe, Jungschützenkönig wurde 1988 Julian Zaich.
Im Jubiläumsjahr kostete die Maß Bier 6,20 Mark. Begründet wurde dieser Preis mit der hohen Qualität der Musik. Immerhin sorgten drei hochklassige Kapellen für Unterhaltung. Erstmals schenkte man auf dem Festplatz alkoholfreies Bier aus.
Neu war auch ein Ballonwettbewerb für die Kinder. Der Festakt zum Jubiläum fand am 13. August im Schützenhaus statt. Rekordlänge hatte der Schützenauszug am Sonntag, 14. August. 62 Gruppen und zwölf Kapellen zogen vom Marktplatz zur Hofwiese, angeführt von Staatsminister Gebhard Glück, der den Schirmherrn Ministerpräsident Franz Josef Strauß vertrat. Erstmals wurde das Böllerschießen von der Festung Rosenberg aus durchgeführt.
Einen Rekord gab es auch beim beliebten Kinderfestzug mit 42 Gruppen. 1300 Kinder, 250 Erwachsene, 16 Festwagen und fünf Kapellen sorgten für eine Bombenstimmung in der Lucas-Cranach-Stadt.
Großen Anklang fand vor allem die Jubiläumskarte "400 Jahre Kronacher Freischießen". Die Motive stammen aus dem Jahr 1890; Christoph Zeckai stellte die Rarität zur Verfügung. Das kolorierte Blatt bringt neben dem Kronacher Stadtwappen eine Totalansicht der Stadt von Westen mit Festung Rosenberg und Kreuzberg. Darstellungen des Schützenhauses und des Musikpavillons, Leben und Treiben auf dem Festplatz sowie das Abschießen der Kanone durch den "Oberzieler" bereichern die Postkarte. Mittlerweile ist sie unter Sammlern heiß begehrt.


In Nizza prämiert

Diese hervorragend gelungene Arbeit wurde dann auch prompt vor 123 Jahren bei einer Ausstellung in Nizza mit der großen Silbermedaille und Diplom ausgezeichnet. Die meisterliche Postkarte hat 1890 der Kronacher Fotograf Johann Friedrich Schmidt geschaffen, der alle damaligen technischen Mängel großartig überwand und zu besten Ergebnissen kam.
Durch die Jubiläumskarte konnte der alte Brauch wiederaufleben, vom Kronacher Freischießen Grüße in alle Welt zu senden.