Wie kamen Tulpe und Hortensie in unsere Gärten, Flamingoblume und Usambaraveilchen auf die Fensterbank? Wie wurden Tee und Muskatnuss zu alltäglichen Genussmitteln? Zur Blütezeit der "Pflanzenjagd" im 18. und 19. Jahrhundert machten sich viele berühmte Forscher auf den Weg, um in fernen Ländern lebende Pflanzen zu entdecken und zu dokumentieren.

Einer ihrer bekanntesten Vertreter war Alexander von Humboldt, der 1769 in Berlin geboren wurde. Auf seinen späteren Reisen sammelte und beschrieb der international geachtete preußische Forscher Eindrücke und Erkenntnisse in höchst unterschiedlichen naturwissenschaftlichen Disziplinen, darunter auch in der Botanik. Allein seine Amerika-Reise zusammen mit Aimé Bonpland von 1799 bis 1804 erbrachte ein wissenschaftliches Herbarium von über 60 000 Belegen.

Das Streben nach Macht

Der Verband Botanischer Gärten nimmt das bestehende Jubiläum zum 250. Geburtstag Alexander von Humboldts zum Anlass, die Geschichte der weltweiten "Pflanzenjagd" von den Anfängen bis heute vorzustellen. Macht, Geld und wissenschaftliche Neugier waren die Haupttriebfedern - und sind es zum Teil noch heute. Monarchen schmückten sich mit exotischen Pflanzen, Kolonialmächte kämpften um Monopole auf profitable Nutzpflanzen, Orchideenjäger suchten die spektakulärsten Arten und Forscher die Erkenntnis.

Im Botanischen Garten Erlangen werden von Mittwoch, 5. Juni, bis Sonntag, 22. September, Steckbriefe zu bedeutenden Sammler-Persönlichkeiten die Geschichte von der Entdeckung verschiedener Pflanzenarten und ihrer Benennung und Beschreibung veranschaulichen. Bei einem Spaziergang durch die unterschiedlichen Vegetationsgruppen haben Besucher so die Möglichkeit, viele Anekdoten und geschichtlich interessante Zusammenhänge in der Erforschung der Pflanzen zu erfahren, heißt es in einer Pressemitteilung des Botanischen Gartens. Die Ausstellung soll einmal mehr die Bedeutung der Biodiversität verdeutlichen. Eine grundlegende und umfassende Kenntnis möglichst vieler Pflanzenarten, ihrer genetischen Vielfalt und Bestandsentwicklung in unterschiedlichen Ökosystemen sei besonders vor dem Hintergrund des aktuellen Artensterbens sehr wichtig. Im Jahr 2016 wurden insgesamt 1730 Gefäßpflanzen neu beschrieben. Nur eine Kenntnis des Artenreichtums der Natur ermögliche auch eine genauere Beurteilung des Ausmaßes des Artenschwundes.

Die Ausstellung ist im Eingang zu den Gewächshäusern (geöffnet Dienstag bis Sonntag von 9.30 bis 17 Uhr) und im Freiland (geöffnet täglich von 8 bis 17.30 Uhr) zu sehen. Eröffnet wird sie am Mittwoch, 5. Juni, um 16 Uhr. red