Erlangens Alt-Oberbürgermeister und Ehrenbürger Dietmar Hahlweg (SPD) hat am Silvestertag seinen 85. Geburtstag gefeiert. 24 Jahre lang, von 1972 bis 1996 lenkte der aus Schlesien stammende und in Oberfranken aufgewachsene Dietmar Hahlweg die Geschicke der Hugenottenstadt.

Nach einem USA-Aufenthalt als Fulbright-Stipendiat kam er 1964 an das Landratsamt Erlangen. Sieben Jahre später, 1971, wurde der promovierte Jurist Referatsleiter für Planungs- und Baurecht bei der Regierung von Mittelfranken. Seiner ersten Wahl zum Erlanger OB 1972 folgte 1978, 1984 und 1990 die Wiederwahl.

Bis heute bleibt der Name des beliebten Politikers mit den Themen Umwelt und Völkerverständigung eng verbunden, heißt es in einer Pressemitteilung der Erlanger Stadtverwaltung. Er setzte sich für eine nachhaltige Balance von Ökonomie, Ökologie und soziale Belange ein. Vor allem sein Einsatz für die Förderung des Radfahrens und den öffentlichen Nahverkehr sowie die Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen brachte ihm weit über die Stadtgrenzen hinaus großen Respekt und Erlangen ein internationales Renommee samt zahlreicher Auszeichnungen ein.

Die Hugenottenstadt errang 1990 und 1991 den von der Deutschen Umwelthilfe ausgelobten Titel der "Bundeshauptstadt für Natur- und Umweltschutz". Ehrungen der Vereinten Nationen oder der Organisation "Making Cities Livable" kamen hinzu. Zu den Schrittmachern einer modernen Stadtgesellschaft gehörte Hahlweg auch durch sein Eintreten für Völkerverständigung durch Städtepartnerschaften, für die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund sowie für eine größere Mitwirkung aller Bürger am kommunalpolitischen Geschehen.

Akzente im Kulturbereich

Besondere Akzente setzte die Ära Hahlweg schließlich auch im Kulturbereich und bei der Stadtgestaltung. Dazu gehörten beispielsweise kulturelle Höhepunkte wie der Comic-Salon, das Poetenfest und das Internationale Figurentheaterfestival, aber auch die Neugestaltung des Neustädter und des Altstädter Kirchenplatzes, des Bohlenplatzes und des Burgberggartens mit den Plastiken des Künstlers Heinrich Kirchner.

Nach 24 Amtsjahren verzichtete er 1996 auf eine erneute Kandidatur. Seine großen Verdienste würdigte der Stadtrat am 30. April 1996, Hahlwegs letztem Tag als OB, mit der Verleihung des Ehrenbürgerrechts. Im Januar 2020 ist ein offizieller Geburtstagsempfang im Redoutensaal geplant. red