Der Botanische Garten der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg hat seinen Ursprung im "Hortus Medicus", der 1626 an der Nürnberger Universität in Altdorf eingerichtet wurde. Er diente damals zur Anzucht und Demonstration von Medizinalpflanzen und sollte den angehenden Ärzten die Möglichkeit bieten, Heilpflanzen genauer kennenzulernen. Von diesem "Doktorsgarten" in Altdorf führt ein langer Weg zum jetzigen Botanischen Garten in Erlangen. Bis heute stehen Arzneipflanzen im Mittelpunkt der Forschung und Entwicklung von Phytopharmaka, heißt es in einer Pressemitteilung des Botanischen Gartens.
Die Ausstellung "Die Grüne Apotheke: vom Hortus Medicus zur Pharmaforschung", die am Sonntag, 24. Juni, um 13 Uhr eröffnet wird, zeigt in der Winterhalle viele Aspekte dieses wichtigen Themas. Vom Anbau über die Ernte und die weitere Verarbeitung der pflanzlichen Rohstoffe können Besucher den Weg zur pflanzlichen Droge nachvollziehen. Bei der Verortung verschiedener Heilpflanzen auf dem Umriss eines menschlichen Körpers kann man dann selber aktiv werden. Je nach Inhaltsstoff und Heilwirkung sind die pflanzlichen Drogen auf die passenden Körperstellen zu platzieren. Ob man richtig entschieden hat, verrät einem die Information am Rande der Installation.


Nach Wirkungen geordnet

Der Besuch des Arzneipflanzengartens im Botanischen Garten an der Südseite des Virologie-Institutes ist für den pharmazeutisch Interessierten ein abschließender Höhepunkt. Die sechseckigen Beete gliedern sich dort locker in verschiedene Gruppen, die die Arzneipflanzen nach ihren Inhaltsstoffen und Wirkungen ordnen und zusammenfassen. Um die Orientierung für Pflanzenkenner zu erleichtern, befinden sich in einem Großteil der Beete mittelhohe Gehölze, die durch ihre klare Assoziation mit einer bestimmten Wirkstoffgruppe die schnelle Verortung von Arzneipflanzen mit ähnlichen Inhaltsstoffen ermöglicht. Hier wird die große Vielfalt der Pflanzen und ihre Bedeutung für die Heilkunde erlebbar gemacht. red