Gerach — Das Interesse des Geracher Gemeinderats widmete sich jüngst den Bauinvestitionen am südöstlichen Ortseingang, da an der Kreuzung Grubenweg/Reckendorfer Weg die Planungen für die Kindertagesstätte langsam Konturen annehmen. Für dieses Vorhaben geht nun auch die erste Änderung des Bebauungsplans "Grubenäcker I" in die letzte Phase, die Leonhard Valier vom gleichnamigen Büro für Städtebau und Bauleitplanung vorstellte. Um das neue Zuhause für die Kinder im dafür vorgesehenen trapezförmigen Bauplatz unterzubringen, müsse zunächst eine Aufhebung der Abstandsflächenforderung und die Widmung als Gemeinbedarfsfläche erfolgen.

Bauwillige im Bebauungsgebiet "Grubenäcker I" müssten laut Bauingenieur Valier auch die Vorgaben der Bodendenkmalpflege beachten. Insgesamt sind zwei Vollgeschosse erlaubt, so dass eine Aufstockung des Kita-Gebäudes bei Bedarf möglich wäre. Die Dachneigungen gestatten auch Sonnenkollektoren und Photovoltaik-Anlagen, Garagen seien nicht erlaubt, nur Stellplätze. Der Gemeinderat billigte diese Planung einstimmig. Sie ist auch elektronisch einsehbar, die Auslegungsfrist endet am 17. Januar 2020.

Herausforderungen

Auf dem Bebauungsplan "Grubenäcker I" ist aber auch bei Betrachtung der eingezeichneten Höhenlinien zu erkennen, welcher Herausforderung sich die Gemeinde bei ihrer Wahl für den neuen Standort der Kindertagesstätte an einem steilen Hang gestellt hatte.

War bisher eine erste Skizze von den Gemeinderäten genehmigt worden, mussten jetzt die beiden Fachplaner Lukas Berbig und Bastian Gärber vom Büro Paptistella architekten gmbh (Sassanfahrt) zum Vorabzug des Bauplans Stellung nehmen und Fragen beantworten.

Terrassierte Freifläche

Anfahrt und Eltern-Parkplätze liegen auf der Höhe am Reckendorfer Weg. Die Freifläche für die Kinder muss wegen der Hanglage auf drei Terrassenebenen im unteren Bereich aufgeteilt werden. Die vier eingezeichneten Bäume seien, so auf Nachfrage von Ralf Gröger (UWG), der vorgesehene Minimalbedarf. Eine Anpflanzung mit Nadelhölzern als Randbebauung sei für einen für Kinder vorgesehenen Bereich zu vermeiden. Es existiert ein Pflanzgebot, daher wurde für die Planung der Freiflächen ein Landschaftsarchitekt mit einbezogen.

Richtung Grubenweg sind auf halber Höhe des Grundstücks ein barrierefreier Zugang mit Behindertenparkplatz sowie eine Anlieferungszone für größere Lasten und das Essen in die Küche geplant. In einem Nebengebäude unterhalb dieses Eingangs ist die Abstellfläche für Kinderwagen und Müllcontainer sowie im Untergeschoss für Gartenspielzeug und Geräte.

Die Statik der Bodenplatte ist darauf ausgerichtet, dass jederzeit bei Bedarf eine Aufstockung in Leichtbauweise mit Treppenhausanbau möglich wäre. Auch das Flachdach mit seinen Lichtkuppeln sei so ausgerichtet, dass man ein weiteres Geschoss aufsetzen könne.

Offen blieb zunächst die Frage nach der Dachgestaltung, ob nur ein Kiesbett aufgetragen oder eine Begrünung durchgeführt werden sollte. Die Mehrkosten von 14 000 Euro wurden mit dem ökologischen Faktor und Vorteilen bei der Entwässerung aufgewogen, so dass schließlich neun von 13 Mitgliedern aus dem Gemeinderat für ein "grünes Dach" stimmten.

Als die Rede noch einmal auf die abgetreppte Terrassengestaltung im Garten kam, begründete Ingenieur Lukas Berbig das damit, dass es kostengünstiger sei, als eine Stützwand einzubringen. Petra Schmitt (CSU) bezweifelte jedoch, dass das für die Kinderkrippe geeignet sei, worauf Ralf Gröger (UWG) anregte, man könne die Höhenunterschiede sicherlich mit einer Rampe überbrücken.

Räumpflicht bedenken

Auch die steile Stufenanlage zum Haupteingang hin wurde kritisch gesehen, wobei Susanne Veen (SPD) fand, das würde für Dreijährige kein Hindernis mehr darstellen. "Aber die Stufen müssen zusätzlich bei Eis und Schnee geräumt werden", stellte Michaela Batz (CSU) fest.

Es wurde bezweifelt, dass die Eltern sich Zeit zum Parken auf den zwölf vorgesehenen Plätzen nehmen, sondern vielmehr gleich neben der Straße stoppen würden. Heinrich Förtsch (SPD) beendete die Diskussion mit der Feststellung, dass man dann ein anderes Gelände hätte auswählen müssen. Die Nordostseite muss in den Hügel eingegraben werden. Dafür sind die Gruppenräume nach Süden ausgerichtet und erhalten Glasfassaden, Raffrollos bieten den nötigen Sonnenschutz.

Nachfragen gab es zur Fassadengestaltung, die eine Holzverkleidung vorsah. Man müsse sich über die Pflege einigen, so Stefan Gröger (UWG): ob sie gestrichen werden soll oder naturbelassen bleibe. Gröger hätte es auch interessiert, ob der Bau in 36er-Mauerwerk nicht kostengünstiger wäre, "bisher hatte man uns ja nur das Gerippe vorgestellt".

Michael Heusinger wandte sich an die Fachplaner mit der Anregung, eine Zisterne für das Gießen der Grünfläche in die Planung aufzunehmen, wohin auch das Regenwasser abgeleitet werden könne.