gerold Snater Die "Hätscherklooßen" warnten in Königsberg erneut vor dem Feuer.

"Hätscherklooßen" ist in Königsberg ein alter Brauch. Die Tradition, bei der Buben und Mädchen vor den Gefahren des Feuers warnen, ist heuer wieder etwas lebendiger geworden, nachdem er in den letzten Jahren einzuschlafen drohte.

So zogen am Abend des 30. Novembers Buben und Mädchen, barock gewandet, durch die Gassen und Straßen der Stadt von Tür zur Tür, um auf die Gefahren des Feuers aufmerksam zu machen, und mahnten angesichts der angebrochenen dunklen Jahreszeit mit Gedichten des 1995 verstorbenen Heimatdichters Karl Eisentraut einen vorsichtigen Umgang mit dem Feuer an - nicht zuletzt auch, um sich dafür im Gegenzug eine kleine Gabe zu erhoffen.

Erstmals mit Anmeldung

Heuer wurde zum ersten Mal eine Idee des freien Stammtisches der Stadt umgesetzt. So konnten sich Haushalte im Vorfeld für einen Besuch der "Hätscherklooßen" anmelden. Der Grund für diese Neuerung war, dass sich auch Bürger anmelden konnten, die in den vergangenen Jahren nicht besucht worden waren, aber sich über einen Besuch der "Hätscherklooßen" freuen würden. Dazu versammelte sich vor Beginn der Hausbesuche eine große Anzahl der "Hätscherklooßen" auf dem Marktplatz vor dem Regiomontanusbrunnen. Silke Beck schickte sie los.

Gekonnt sagten sie an den Häusern ihr Gedicht auf, wofür im Gegenzug als Dankeschön kleine Leckereien oder auch das eine oder andere Geldstück in die sich entlang des Weges füllenden Tüten wanderten. Etwas Besonderes hatten sich für diesen Abend Claudia Pasler und Christian Trapp mit ihren Kindern einfallen lassen. Sie boten ihre Warnungen nicht gesprochen, sondern gesanglich mit musikalischer Untermalung dar.