Manchmal ist es gar nicht so gut, den Mund zu weit aufzureißen. Diese Erfahrung musste jetzt der Super-Sprücheklopfer der Stadtsteinacher Faschingsgesellschaft, Hansi Hümmer, machen. Er versuchte bei über dreißig Grad im Schatten, in Skistiefeln ein Tennismatch gegen zwei halb so alte Herausforderer zu gewinnen.
Der Musiker und Gute-Laune-Gastronom ist überall für seine mitunter derben Sprüche bekannt. Bei einem Treffen des Stadtsteinacher Elferrats forderte Hümmer den amtierenden Faschingsprinzen und den Prinzenmacher mit folgenden Worten zu einem Tennismatch heraus: "Gegen euch zwei gewinne ich doch, selbst wenn ich Skischuhe anhabe!"


Eigentlich zwei Fußballer

Das wollten sich Heiko Weinmann und Heiko Tautermann natürlich nicht gefallen lassen. Auch wenn keiner der beiden aktiv Tennis spielt, sportlich sind sie allemal. Beide sind Fußballnarren und kicken beim TSV.
"Die Wette nehmen wir an", gaben die zwei Heikos zurück. Und schon war die Idee für ein Gute-Laune-Turnier geboren, das die Stadtsteinacher Tennisgrößen so noch nie gesehen hatten. "Ich hab' mir einen Minirock besorgt. Ein bisschen lustig darf es auch werden", erklärte Heiko Tautermann sein gewagtes Outfit. Und dHeiko Weinmann trat in Adiletten an. "Dass man in Badelatschen nicht so gut rennen kann, macht nichts. Das packen wir schon", fand er.
"Oh Gott, was habe ich da wieder gesagt", stöhnte Hansi Hümmer bereits vor dem Turnier. Bei 32 Grad im Schatten legte er die dicken Strümpfe an und schlüpfte in die orangefarbenen Skistiefel. "Ich brauche aber einen Vorsprung. Ich hab' mich beim Sport gezerrt", bat Hümmer um Gnade. Die beiden Heikos gewährten ihm diesen Wunsch.
"Offen lassen kann ich die Skischuhe nicht. Ich muss sie schon zumachen", stellte Hümmer schon bei den ersten Schritten auf dem roten Sand fest. Vorsichtshalber "dopte" er sich mit süßen Waffeln. "Also, wenn es jetzt noch heißer gewesen wäre, hätte ich das nicht machen können", sagte Hümmer und spielte auf seine "ganz persönliche Glücksgeschichte" an. 2014 hatte er auf dem Stadtsteinacher Tennisplatz einen Herzinfarkt erlitten, nur durch eine sofortige Reanimation konnte er ins Leben zurückgeholt werden.
"Mach' einfach so lange, wie du kannst", schickten die beiden Heikos voraus. Sie hatten fast ein bisschen ein schlechtes Gewissen, weil die Hitze so gnadenlos vom Himmel brannte. Doch dann flogen die ersten Bälle. Hansi Hümmer lag vorne. Aber nicht lange. Den ersten Satz verlor der Sprücheklopfer - trotz seiner zwei Punkte Zerrungs-Vorsprung - mit 3:6, den zweiten mit 2:6. Dann allerdings wendete sich das Blatt. Hümmer hatte zu seiner Form gefunden.


Dann doch lieber ein Bier

Den dritten Satz entschied er mit 6:4 für sich. Plötzlich kam Wind auf, heftiger, böiger Wind. Sand brannte den Spielern in den Augen. Mitten im vierten Satz beendete Hümmer das Match. "Wir trinken lieber mit den Zuschauern ein Bier", nahm er seine Niederlage gelassen. "Es ging doch nur um den Spaß."
"Wir haben natürlich heimlich geübt", verrieten Heiko Weinmann und Heiko Tautermann. Auf der Zuschauertribüne feuerten Mitglieder der Faschingsgesellschaft und natürlich der Elferrat die Kämpfer an. Und Jürgen Münch hatte Bier für alle spendiert.
Stilecht wie bei Wimbledon waren die Elferräte in dunklen Anzügen und mit Fliege hgekommen. Außerdem wurde bei dem außergewöhnlichen Tennismatch für einen guten Zweck gesammelt. "Wir haben die Spenden auf 300 Euro aufgerundet. Das Geld kommt dem Schülerhort Stadtsteinach zugute", verriet Heiko Tautermann.