Es war Herzog Alfred von Sachsen-Coburg und Gotha höchstselbst, der dem neuen Verein die Erlaubnis erteilte, als juristische Person aufzutreten. Auf 14. Februar 1896 ist diese Urkunde datiert. Die Sektion Coburg des Deutschen Alpenvereins freilich feiert in diesem Jahr ihr 140-jähriges Bestehen und nicht ihr 123-jähriges. Wie das zusammenhängt, zeigt eine Ausstellung, die ab heute im Staatsarchiv (Herrngasse 11, Erdgeschoss) zu sehen ist.

Die ersten Bergbegeisterten finden sich in Coburg schon im Juni 1879 zusammen und bilden die 37. Sektion des "Deutschen und österreichischen Alpenvereins". Dieser länderübergreifende Verein war erst fünf Jahre zuvor gegründet worden. Die Coburger Sektion pflegt in den ersten Jahren hauptsächlich die Geselligkeit, hat aber auch schon Teilnehmer bei Bergtouren.

Nach der offiziellen Anerkennung als juristische Person kann die Sektion darangehen, ihr großes Projekt umzusetzen: den Bau einer eigenen Hütte. Den Platz in den Mieminger Bergen hatte Vorsitzender Waldvogel schon im Jahr 1895 ausgekundschaftet. Doch erst 1900 kann der Grundstückskauf über die Bühne gehen.

1901 wird die Hütte eingeweiht. 12 000 Mark kostet der Bau. Schon bald muss erweitert werden. Um die Jahreswende 1941/42 hielt sich eine Gruppe junger Leute auf der Hütte auf, von denen einige tragische Berühmtheit erlangen sollten: Die Geschwister Scholl und einige Freunde. Hans und Sophie Scholl werden keine zwei Jahre später wegen ihres Widerstands gegen die Nazis hingerichtet.

Weil sich die Ausstellung im Staatsarchiv befindet, hat auch das Archiv einige Exponate aus dem ehemaligen Herzogshaus beigesteuert. Herzog Ernst II. hatte ein Jagdrevier im Karwendel (Hinterriss). Über das geschossene Wild wurde akribisch Buch geführt. Die Nachfolgegenerationen widmeten sich auch dem Alpinismus. Prinz Hubertus von Sachsen-Coburg und Gotha (1909 - 1943) war selbst Mitglied des Alpenvereins.

Aber es geht in der Ausstellung nicht nur um Geschichte. Gezeigt wird auch, was die Sektion Coburg heute alles bietet. Bergsteigen und Felsklettern gehören nach wie vor dazu, aber daneben gibt es Klettern in der Halle, Mountainbiken, Wandern in der Coburger Umgebung und vieles mehr. Die Ausstellung läuft bis 17. Januar und kann zu folgenden Zeiten besichtigt werden: Montag bis Donnerstag von 8 bis 16 Uhr, Freitag von 8 bis 13 Uhr. sb