Schloss Seehof ist ein Ort, wo die Bamberger Fürstbischöfe Zitronenlimonade schlürften und wo am heutigen Freitag die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen ihren Reigen der Geburtstagspartys anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens beginnt
Eine besondere Auszeichnung für diesen "locus amoenus", für diesen wunderschönen, lieblichen Ort der Barockkultur und Barockkunst sei das, heißt es in einer Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen, Landesentwicklung und Heimat, das für die staatlichen Schlösser, Gärten und Seen in Bayern zuständig ist.


Drei weitere Veranstaltungen

Es folgen an den kommenden Wochenenden die Residenz in München (29. Juni), die Würzburger Residenz mit dem Hofgarten (13. Juli) und die Nürnberger Kaiserburg am 21. Juli.
Also eine angenehm entzerrte Geburtstags-Tournee der Schlösserverwaltung. Auch deshalb sei das so eingerichtet worden, heißt es seitens des Finanzministeriums, weil so viele Bürger die Chance haben, an vielen Veranstaltungen, die im Rahmen des Jubiläums in den jeweiligen Burgen und Schlössern geboten werden, teilzunehmen.
Der Auftakt in Schloss Seehof ist nun aber doch ein ganz besonderes Event für die Welterbe-Jubiläums-Stadt. Denn Schloss Seehof wurde ab 1686 als Sommerresidenz der Bamberger Fürstbischöfe nach Plänen als eine Art Maison de Plaisir an einem besonders lieblichen Ort errichtet.


Jagdpartien mit dem Adel

Dort präsentierten die Fürstbischöfe, die in den Wäldern rund um das Schloss gerne auch den Adel zur Jagdpartie einluden, ihre neuesten und kostbarsten Erwerbungen seltener Pflanzen.
Für diese wurden dann Orangerien gebaut, damit man die an südliche Wärme gewöhnten Pflanzen-Exoten unbeschadet über den Winter brächte. Damit aber nicht genug: Feste mit Schauspiel und Tanz, mit Rasenspielen, Wasserspielen und nächtlichem Feuerwerk wurden dort gefeiert und getafelt hat man auch nicht immer nur ärmlich und karg. Da gab es Fasan und Wein und gerne auch mal eine Zitronenlimonade. In der Hauptsache diente die Sommerresidenz Schloss Seehof dem Fürstbischof als Rückzugsort.
Dort konnte er auch einmal fern von den Regierungsgeschäften der Kontemplation, dem Spaziergang in den Lindenalleen und dem Gebet in Gottes schöner Natur nachgehen. Und so sensationell wie den Heutigen das Leben der barocken Landesherren in ihren Sommerresidenzen anmuten mag, so sensationell kann auch das Programm werden, das im Rahmen des Jubiläums der Schlösserverwaltung am heutigen Freitag ab 14 Uhr geboten wird. Neben all diesen fixen Programmpunkten finden fortlaufend im Schlossgarten allerhand Rasenspiele statt, bei denen man seine Geschicklichkeit erproben kann und natürlich, wie wäre es auch anders möglich: Es gibt Limonade.
Gemixt nach einem historischen Rezept: "Zitrusduft und Wasserrauschen" lautet da die Überschrift.