Der derzeit vorherrschende Personalmangel im Ausbildungsbereich war am Dienstag Thema einer Pressekonferenz im Landratsamt Erlangen-Höchstadt. Wie Landrat Alexander Tritthart (CSU) erklärte, habe ein Azubi demnach aktuell durchschnittlich vier Ausbildungsplätze zur Auswahl, während die Situation vor ein paar Jahren noch genau andersrum war.

Herzogenaurachs Bürgermeister German Hacker (SPD) betonte, dass sich der Mangel an Bewerbern auch bei der Stadt Herzogenaurach bemerkbar mache. So müsse nahezu jede zweite Stellenausschreibung der Stadt wiederholt werden. Sigrid Katholing, Geschäftsstellenleiterin der Bundesagentur für Arbeit in Erlangen, verwies auf die derzeitige Arbeitslosenquote von 1,8 Prozent im Kreis, die zwar deutlich niedriger ist als im Vorjahr, erklärte jedoch auch, dass dieser starke Rückgang hauptsächlich auf die Integration der Flüchtlinge zurückzuführen sei. Grundsätzlich ließe sich beobachten, dass der Anteil der akademischen Arbeitslosigkeit ansteigt, während der Anteil der nicht-akademischen Arbeitslosigkeit sinkt.

Um die Ausbildungsplätze attraktiver zu machen und somit auch die Anzahl an Bewerbern zu steigern, planen einzelne Firmen bereits den Bau von Ausbildungswohnheimen oder integrieren ausgewählte Weiterbildungen in die Ausbildungszeit, um den Karriereweg für die Auszubildenden klarer zu gestalten. Ebenso versuche man auch in den Schulen, den Schülern das Thema Ausbildung möglichst früh nahezubringen.

Wie Norbert Schell, Leiter des Gymnasiums Herzogenaurach, betonte, sollen vor allem durch Praktika, den Girls' und Boys' Day oder die Arbeit an einem Projekt-Seminar die Stärken und Schwächen der Schüler herausgefunden werden. Auch Firmenbesuche sollen die Wahl des richtigen Ausbildungsplatzes erleichtern. Die Bundesagentur für Arbeit will an diese Maßnahmen anknüpfen und plant zukünftig sowohl eine frühere als auch intensivere Beratung an den Schulen.