"Der Ausbildungsmarkt bietet derzeit eine gute Situation, denn es gibt mehr Ausbildungsstellen als Bewerber. Bewerber, die flexibel sind, bekommen jederzeit eine Stelle." Dies betonte Ausbildungsberater Peter Stretz von der Agentur für Arbeit beim dreitägigen Berufswahlseminar der Wallburg-Realschule Eltmann, bei dem die Schüler in die Welt der Berufe eintauchen und sich über Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten informierten.

Die 96 Schüler der neunten Jahrgangsstufe waren im Vorfeld auf das Seminar vorbereitet worden und in einem Elternabend setzten sich die Erziehungsberechtigten mit der Berufswahl ihrer Kinder auseinander.

Auf jeden Fall treffen die Schüler der Abschlussjahrgänge auf eine für sie positive Situation. Waren vor zehn Jahren noch doppelt so viele Bewerber wie Ausbildungsstellen vorhanden, so kommen nach den aktuellen Zahlen vom August dieses Jahres 511 Bewerber auf 617 Ausbildungsstellen. Auch im Landkreis Haßberge öffnet sich die Schere zwischen Bewerbern und Stellen, konnte man erfahren.

Nach den Aussagen von Berufsberater Peter Stretz gibt es bei den Schülern nach wie vor Renner wie den Bankkaufmann, die Ausbildung bei der Polizei und technische Berufe. Bei den Mädchen stünden weiterhin die Büroberufe ganz oben. Aber auch der Trend zum Übertritt auf weiterführende Schulen sei weiter groß, sagte er.

Dagegen fehlten im Handwerk die Bewerber und in den Sozialberufen würden Nachwuchskräfte gesucht. In diesem Zusammenhang erwähnte der Berufsberater den Ausbildungsverbund der Haßberg-Kliniken mit dem Leopoldina-Krankenhaus in Schweinfurt, bei dem man zusätzlich seit dem 1. April auch die Ausbildung zu Pflegefachhelfern anstreben kann. Peter Stretz: "In den Pflegeberufen wird der Bedarf noch größer werden und die Berufsperspektive und Weiterbildungsmöglichkeiten sind hervorragend."

Außerdem seien nun die Krankenpflege, die Kinderkrankenpflege und die Altenpflege in dem neuen Berufsbild der Pflegefachfrau oder des Pflegefachmannes zusammengeführt worden mit einer Ausbildung und zahlreichen Möglichkeiten. Verena Ortmann vom Zweckverband der Berufsfachschule für Pflegeberufe mit den Standorten in Haßfurt und Schweinfurt stellte die wohnortnahe Ausbildung heraus und betonte die Möglichkeit, die eigene Entwicklung durch individuelles Engagement maßgeblich zu beeinflussen und für die Pflege von Menschen jeden Alters und auf Augenhöhe mit anderen Berufen im Gesundheitswesen tätig zu sein.

Die Favoriten

Die Schüler wählten beim Berufswahlseminar aus verschiedenen Berufsfeldern aus. Die meisten interessierten sich für Bankkaufmann oder Bankkauffrau (42 Teilnehmer), die Bundespolizei (40) und für die allgemeine Polizei (37), für industrielle Metallberufe (33) oder Mediengestalter (32). Aber auch eine Ausbildung bei der Bundeswehr, als Förderlehrer oder Erzieher oder in einem IT-Beruf wurde ins Auge gefasst. Erstmals machte mit Sandra Aumüller vom Hotel "Wallburg" die Gastronomie ein Informationsangebot, für das sich sieben Teilnehmer interessierten, während sich für die Altenpflege nur sechs Schüler meldeten.

Berufsberater Peter Stretz lobte den Berufsfindungsprozess an der Wallburg-Realschule. Das sei eine tolle Sache, weil den Schülern damit der Blick in die Arbeitswelt ermöglicht werde. Diese Erfahrung lasse sich durch nichts ersetzen.

Beratungslehrerin Constanze Büller betonte, dass die Schüler über die Berufsfelder, die sie interessierten, eine Berufsreportage erstellen. Die fließe dann in den weiteren Prozess der Berufswahl ein und sei oft ausschlaggebend für das einwöchige Betriebspraktikum, das im Laufe des Jahres für alle Schüler der neunten Klassen stattfindet. Dafür müssten die Schüler dann für sich einen Betrieb auswählen. gg