Das Museum Kloster Banz widmet Carl Theodori (1788-1857) eine Ausstellung: einem bedeutenden Juristen, Naturwissenschaftler und Künstler, der maßgeblich zur Gründung der weltbekannten Petrefaktensammlung beitrug.
Die Ausstellung wurde von Museumsleiterin Brigitte Eichner-Grünbeck und der Dritten Bürgermeisterin von Bad Staffelstein, Sabine Scheer, eröffnet. Die Einführung hielt Bezirksheimatpfleger Günter Dippold.
Die Ausstellung im Untergeschoss des Museums ist bis 30. November geöffnet. Sie präsentiert die Persönlichkeit Carl Theodoris, seine künstlerischen Werke sowie seine wissenschaftlichen Veröffentlichungen und damit ein Stück deutscher Wissenschaftsgeschichte.
Theodori stand im Dienst des Herzogs Wilhelm in Bayern, von 1834 bis zu seinem Tod war er Kanzleirat und Geheimer Sekretär des Herzogs Maximilians in Bayern. Theodori lebte bis 1834 abwechselnd in Bamberg und Banz, dann überwiegend in München.
Günter Dippold schilderte lebhaft, wie sich Theodori von Versteinerungen faszinieren ließ. Sie waren eine von drei Lieben, denen der Wissenschaftler verfallen war. Er verliebte sich in die Erde, genauer: in die Schätze, die sie birgt.
Die Bedeutung des Banzer Umlands als herausragender Fundstätte von Fossilien war schon bekannt, als noch das Benediktinerkloster bestand. 1815 kam Augustin Andreas Geyer als Pfarrer nach Banz. Auch er sammelte Fossilien und vergrößerte die Sammlung.
Theodori sammelte nicht nur Versteinerungen, sondern bestimmte und zeichnete sie. Seine Korrespondenz mit Gelehrten im In- und Ausland liegt wohlverwahrt im Museum und wird jetzt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Eine Lithografie vom Kopf des Ichthyosauriers in Lebensgröße gehört zu den Ausstellungsstücken.1828 stiftete er seine "Local-Petrefaktensammlung" als unveräußerliches Ganzes an den Fideicommiss-Verband der Herrschaft Banz. Sie ging somit in herzogliches Eigentum über und war zugleich an den Standort Banz gebunden.
Die zweite Liebe des Carl Theodori waren Banz und sein Umland. Als begabter Zeichner und Maler stellte er die Landschaft dar.


Multitalent

Mehrere Genreszenen und Landschaften sind erhalten, etwa ein Gemälde des oberen Maintals mit Banz und Vierzehnheiligen, auf das gerade eine Wallfahrt zustrebt. "Man weilt hier gefesselt durch den Eindruck, den das Ueberschaue eines reichen anmutigen Thales von fast zwölf Stunden Länge gewähret." Dippold merkte dazu an: "Heute mit Eisenbahn, Autobahn und Industriekomplexen würde er wahrscheinlich nicht mehr in Liebe entflammen."
Die dritte Liebe fand Theodori in seiner Frau Johanna aus Weingarten. Da sie die Tochter einer Tagelöhnerin war und ihr Vater Zuchthäusler, wurde zunächst eine Heirat von der Herrschaft nicht gebilligt. 1818 kam ein gemeinsamer Sohn zur Welt. Erst 1834 heiratete Theodori seine Johanna.
Es folgten zwei Töchter, 1835 und 1836 geboren. Die Jüngere starb unverheiratet 1914 in Banz. Die Nachkommen der älteren Tochter nahmen an der Ausstellungseröffnung teil.
Unter seinem neuen Dienstherren, Maximilian in Bayern, der keine große Zuneigung zu Banz hatte, musste Theodori ins Palais an der Ludwigsstraße in München und Schloss Possenhofen am Starnberger See umziehen. Die Trennung von seinem geliebten Banz muss ihn hart getroffen haben. 1845/46 hatte Theodori den Ichtyosaurus-Schädel von beiden Seiten in Lebensgröße gezeichnet. Gern hätte er gesehen, wenn diese Zeichnungen als Lithographie der Wissenschaft zur Verfügung gestellt worden wären. Obwohl der Herzog die Kosten von 300 Gulden leicht hätte tragen können, lehnte der ab. Erst 1854 wurden sie gedruckt.


Unterwegs

Die Petrefaktensammlung siedelte ab 1856 für 75 Jahre in eine Zimmerflucht im Erdgeschoss des Hauptgebäudes in den ehemaligen Küchenräumen um. Theodori betreute den "die nicht gefahrlose mit bedenklichen Schwierigkeiten verbundene Uebersiedlung".
Theodori starb am 2. November 1857 in München. Kurz vor seinem Tod arbeitete noch an einer Studie über fossile Schnecken in seiner Sammlung in "seinem" Banz.