Bernhard Panzer Die Bürgermeisterkandidatin der CSU steht seit einigen Wochen schon fest, jetzt sind auch die Namen der 30 Bewerber für die Stadtratsliste festgelegt worden. In einem Pressegespräch informierte die Partei über die Zusammensetzung einer "ausgewogenen Liste, die ein breites Spektrum abdeckt", wie Sabine Hanisch feststelle.

Reihenfolge ist noch offen

Dabei ist die genaue Reihenfolge der Kandidaten noch offen, fest steht lediglich der Spitzenplatz. Diesen wird die Bürgermeisterkandidatin Hanisch einnehmen. Fest steht aber auch, dass alle bisherigen Stadträte, zehn an der Zahl, erneut antreten. Allerdings finden sich auf der Liste nur neun Mandatsträger, der Jüngste fehlt. Was aber ist mit Konrad Körner?

Nein, er habe nichts angestellt, im Gegenteil, schmunzelte Ortsvorsitzende Antje Körner. Und sie muss es wissen, ist sie doch die Mutter des 27-Jährigen. Stadtrat Kurt Zollhöfer schob nach: "Konrad war eher besonders kreativ tätig."

Dahinter steckt nichts anderes, als dass der frisch wiedergewählte Bezirksvorsitzende der Jungen Union (JU) eine eigene Liste aus der Taufe hob. Gemeinsam mit den Mitgliedern des Ortsverbands der JU. Der CSU-Nachwuchs wird also zur Stadtratswahl 2020 selbst ein Teilnehmerfeld präsentieren. Das ist rechtlich abgesichert, "da die Junge Union selbstständig auftritt, auch weil eine Mitgliedschaft nicht an die CSU geknüpft ist", sagte Stadtrat Konrad Körner auf Anfrage des FT. Er ist da selbstverständlich vertreten ("Ich werde erneut für den Stadtrat kandidieren"), aber über die Zusammensetzung wollte er auf Anfrage des FT noch nichts näheres sagen. "Wir befinden uns mitten im Prozess", teilte er mit. Grundsätzlich freue er sich, dass "aus ein paar jungen Einzelkämpfern ein großes Team geworden ist."

11 Frauen, 19 Männer

Das Pressegespräch der CSU-Spitze im Café Polster freilich galt der eigenen Liste. Elf Frauen und 19 Männer finden sich da wieder, im Alter ab 34 Jahren aufwärts, und neben dem Stadtgebiet sind sieben Ortsteile besetzt. "Kurz gesagt: Unsere Liste bietet jedem Wähler eine gute Auswahl", sagte Sabine Hanisch. Man habe Kandidaten, die sich bei Vereinen, Kirchen, als Arbeitnehmervertreter, in Sozialeinrichtungen und politischen Gremien engagieren. Sie seien also sowohl musikalisch, sportlich, gesellschaftlich und politisch aktiv und in einem breiten Spektrum an Berufen tätig, erklärte die Spitzenkandidatin weiter.

Es finden sich auch viele Namen, die erstmals auf der Liste stehen. Man habe mehrere Aktive aus dem CSU-Vorstand mit vorgesehen, so wie zum Beispiel die Vorsitzende Antje Körner oder auch Klaus Beck. Eine Kindergarten-Leiterin ist dabei (Nicole Danhof), die Präsidentin von "Zonta" (Christine Edgar) oder Astrid Holzammer als Vorsitzende der Parents for Future. Die Förder- und Werbegemeinschaft (Stichwort Innenstadt) ist mit ihrem Vorsitzenden Stefan Müller sowie Thomas Kotzer vertreten. Und auch andere Vereine sind gut dabei, wie gleich mehrmals der KCH (Anja Herbig oder Radu Mudura). Maggie Herber kennt man als begeisterte Sängerin, Christa Glasauer vom Wochenmarkt. Mit Jennifer Prockl kandidiert die Tochter einer amtierenden Stadträtin, und mit Sebastian Lang der Sohn des Altbürgermeisters.

Und da ist neben vielen anderen noch Franz-Josef Lang, der Dienstälteste auf der Liste, der schon seit 1984 im Stadtrat ist. Bisher stand er jedes Mal auf dem letzten Listenplatz - anfangs Nummer 24, jetzt 30 - und rückte immer weit nach vorne. Gut vorstellbar, dass er seinen Stammplatz auch diesmal einnehmen möchte.

Die Nominierungsversammlung ist auf den 26. September terminiert. Dann wird auch die Reihung bekanntgegeben.

Nachwuchs selbst aktiv

Für zusätzliche Spannung bei der Wahl im nächsten Jahr sorgt der Nachwuchs der Union. "Wir haben einen hoch engagierten Nachwuchs", sagt CSU-Ortsvorsitzende Antje Körner. Man habe sich viel Gedanken gemacht, wie man die jungen Leute in die CSU-Liste einbinden könne. Dann aber hätten sie sich entschieden, etwas eigenes zu machen. "Das haben sie uns so mitgeteilt", sagt die Chefin.

Ihr Sohn Konrad sieht in einer eigenen Liste eine bessere Chance für die jungen Leute, in den Stadtrat einzuziehen. Gerade auf kleinen Listen genügten oftmals weniger Stimmen als im Konzert der Großen. Auch wolle die Junge Union ein Zeichen setzen, dass die Jugend sich engagieren will.

Hoffen auf Mehrheit

Generell hofft die CSU darauf, die Bürgermeisterin stellen zu dürfen und die Mehrheit im Stadtrat zurückholen zu können, wie Stadtrat Walter Drebinger sagte - " vielleicht sogar die absolute."