Im Jahr 1978 fand auf Hawaii der erste Langdistanz-Triathlon statt. Dort entstand auch der Begriff Ironman. "Wer auch immer zuerst ins Ziel kommt, wir werden ihn eisernen Mensch nennen", soll einer der Veranstalter damals gesagt haben.
40 Jahre später werden unter der Marke Ironman 154 Rennen über verschiedene Distanzen in 53 Ländern durchgeführt. Der Wettkampf von Hawaii gilt als inoffizielle Weltmeisterschaft. Er ist das Traumziel vieler Athleten.
Das Pendant ist das Rennen in Roth, das jedoch nicht unter der Flagge von Ironman, sondern als "Challenge" firmiert. Dass sich die beiden großen Veranstalter im Welt-Triathlon, die Challenge-Family und die World Triathlon Corporation (WTC) mit der Marke Ironman, nicht grün sind, wird nicht zuletzt beim Terminstreit in Roth deutlich.
1984 war noch die Triathlonabteilung des TSV Roth Organisator. Von 1988 bis 2001 firmierte das Rennen in Roth unter Ironman Europe, bis sich der Veranstalter Detlev Kühnel über die Lizenzgebühr für die Nutzung des Ironman-Logos und die Anzahl der Startplätze mit der WTC zerstritt. Fortan nannte der Nachfolge-Organisator Herbert Walchshöfer die Veranstaltung Challenge Roth. Die damals gegründete Team Challenge GmbH gehört nach wie vor der Familie Walchshöfer um Sohn Felix. Er war auch Gesellschafter der 2007 daraus entstandenen Challenge Family GmbH, die im Lauf der Jahre immer mehr Lang- und Halbdistanzrennen im Franchise-Verfahren organisierte. Erst 2015 zog sich die Familie Walchshöfer aus der GmbH zurück und konzentriert sich nur noch auf das Rother Rennen. Seit 2016 ist Zbigniew Szlufcik alleiniger Geschäftsführer der Challenge Family GmbH mit Sitz in Amberg. Sie organisiert um die 40 Rennen.
Die WTC ist seit 2015 ein Tochterunternehmen der chinesischen Wanda Group, die 650 Millionen Dollar an den amerikanischen Hedgefonds Providence überwies. 2008 hatte Providence für 85 Millionen WTC erworben. Präsident von Wanda Sports ist Philippe Blatter, Neffe des Ex-Fifa-Präsidenten Sepp Blatter.
Das Ironman-Langdistanzrennen und die damit verbundene Qualifikationsmöglichkeit für den Saisonhöhepunkt auf Hawaii wurde für Deutschland 2001 nach Frankfurt am Main vergeben. 2012 fanden beide Rennen am gleichen Tag statt. Im vergangenen Jahr legte Team-Challenge-Geschäftsführer Felix Walchshöfer für Roth das erste Juli-Wochenende als Termin für die kommenden Jahre fest und zog damit die Konsequenz aus den wiederholten Terminkollisionen.
In den vergangenen Jahren eskalierte der Streit beider Veranstalter. Immer wieder wurden Traditionsstandorte, Mitarbeiter und Sportler vom Konkurrenten abgeworben. Dabei geht es vor allem ums Geld. Der Markt für Triathlon wächst. Die Athleten zahlen pro Wettkampf einige Hundert Euro für den Start und Tausende für Material. Triathlon zählt zum Lifestyle vieler Manager und hat den Marathon abgelöst.
Das prestigeträchtigste Rennen bleibt aber Hawaii, für das man sich aber nur bei einem "Ironman" qualifizieren kann. Für Profis gibt es ein Punktesystem. Dreitz, Kienle & Co. können also getrost beim Konkurrenten in Roth starten. Alle Amateure sind gezwungen, wenn sie ihren Traum auf Hawaii verwirklichen wollen, sich bei einem Ironman-Event zu qualifizieren. Ein Dilemma, denn die Stimmung in Roth ist einmalig. So ist der Ironman-Germany aber wohl nur in Sachen Hawaii-Qualifikation eine Konkurrenz. Die 5500 freien Startplätze für Roth sind binnen einer Minute vergeben. us