Auf das große Aufgebot an Gratulanten reagierte Willi Bieberbach mit viel Humor. Dabei feierte der 91-Jährige mit seiner Frau Dorothea im Aschbacher Seniorenheim "Hephata" Gnadenhochzeit, also den 70. Hochzeitstag.
Seit zwei Jahren leben die Eheleute aus Forchheim im Aschbacher Pflegeheim. Das bot sich an wegen der Nähe zu Sohn Alfred und der Schwiegertochter, die eine Zahnarztpraxis in Schlüsselfeld führten. Auch Franz Stumpf, Altoberbürgermeister der Stadt Forchheim, und der Katholische Frauenbund Forchheim gratulierten zu diesem seltenen Ehejubiläum. Die Glückwünsche des Landkreises Bamberg übermittelte stellvertretender Landrat Rüdiger Gerst. Bürgermeister Johannes Krapp gratulierte für die Stadt Schlüsselfeld und überbrachte Glückwünsche des Bayerischen Ministerpräsidenten.
"Miteinander - füreinander in guten wie in schlechten Tagen", ist das Rezept von Willi Bieberbach für eine lange glückliche Ehe. Seine Zeit mit der "waschechten Forchheimerin" Dorothea, geborene Hellpoldt, begann, als er noch ein ganz junger Soldat war und an die Front musste. Auf dem Bamberger Bahnhof lernte er ein Mädchen aus Forchheim kennen. Wie sich erst später herausstellte, die Schwester seiner künftigen Ehefrau.


Briefe an die Front

In dieser Zeit wurde den "Zivilisten" nahegelegt, an die Frontsoldaten so genannte "Heimatbriefe" zu schreiben. Die beiden Schwestern schrieben an den jungen Soldaten aus dem thüringischen Sonneberg. Der Kontakt blieb bestehen. Nach seiner Flucht aus der Gefangenschaft schlug er sich nach Forchheim durch. Beim Spaziergang im Stadtwald küsste Willi seine Dorothea zum ersten Mal.
Er liebe sie noch wie am ersten Tag, versicherte der Jubilar beim Ehejubiläum. Drei Söhne wurden geboren, sechs Enkel und zwei Urenkel folgten. Als Schreinermeister war Willi Bieberbach zunächst in Forchheim, später bei Welonda in Uttenreuth beschäftigt. Dort leitete er den Betrieb, der Friseursalons einrichtet. In jüngeren Jahren tanzten die beiden sehr gerne und versäumten keinen Ball in ihrer Stadt.