Das Baugewerbe geht in die Offensive: "Der Kontakt zwischen den Mittelschulen und dem regionalen Baugewerbe ist uns sehr wichtig. Wir wollen den Pakt der Wirtschaft mit dem Bayerischen Kultusministerium mit Leben erfüllen und den Schülerinnen und Schülern Tipps und Ratschläge aus der Praxis bei ihrer Berufswahl geben." Mit diesen Worten überreichten Eberhard Hauck, Obermeister der Bau-Innung Coburg, und sein Stellvertreter Rocco Müller an Schulamtsdirektor Uwe Dörfer 40 neu konzipierte Arbeitsmappen zu den Ausbildungsberufen ihrer Branche. Diese sollen an den Mittelschulen in der Stadt und im Landkreis Coburg zum Einsatz kommen.

"Berufliche Orientierung, die jungen Menschen nicht immer leichtfällt, ist ein zentrales Thema an den bayerischen Mittelschulen in den Jahrgangsstufen sieben und acht", betonte Rocco Müller. Unter dem Motto "Bauen hat Zukunft" wurde deshalb ein Skript erarbeitet, das Wert auf die didaktische Aufbereitung legt und die umfangreichen Aufgabenbereiche innerhalb der Zukunftsbranche Bau beleuchtet.

Die bayerische Bauwirtschaft umfasst die handwerklichen Berufe Maurer, Beton- und Stahlbauer, Straßenbauer, Zimmerer, Fliesen-, Platten- und Mosaikleger, Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer, Estrichleger, Trockenbauer, Stuckateur, Rohrleitungsbauer und Baugeräteführer.

Die Bauwirtschaft habe es gerade in unserer Region nicht leicht, Nachwuchs zu akquirieren, sagten die Vertreter der Branche. "Die starke Industrie im Großraum Coburg mit vielen Großunternehmen macht uns zu schaffen, obwohl das Handwerk bundesweit vor allem in ländlich geprägten Gegenden boomt. Die Anforderungen sind sehr abwechslungsreich und wir haben europaweit die beste Ausbildung. Wenn wir aber immer weniger Nachwuchs bekommen und Arbeiter aus dem Ausland einstellen müssen, geht unser Know-how verloren", gab Müller zu bedenken. Dies ist für Obermeister Hauck nur schwer nachzuvollziehen. Ein Maurerlehrling verdient im ersten Lehrjahr 850 Euro, im zweiten 1200 Euro und im dritten 1450 Euro. Hohe Gehälter sind später als Polier oder Maurermeister zu verdienen. Rektor Norbert Trütschel, Verbundkoordinator für die Mittelschulen im örtlichen Schulamtsbereich, und die Wirtschaftsexpertin Monika Gunzenheimer sicherten zu, im Zuge der Berufsorientierung das Handwerk entsprechend zu würdigen. "Wir hoffen das Beste. Das Handwerk hat einen goldenen Boden. Dessen Berufsbilder sind auch in Zukunft enorm wichtig", bekannte Schulamtsdirektor Uwe Dörfer und dankte der Bauwirtschaft für ihre Initiative.