Vor einigen Jahren gab es noch unzählige Fischarten in den Gewässern rund um Höchstadt. Doch mittlerweile gelten einige Fische als fast ausgestorben in der Region. So auch die Bachschmerle.
Am liebsten mag dieser Fisch kiesigen, sandigen Untergrund in Bächen. Während die Schmerle tagsüber meist im Gestrüpp zu finden ist, schwimmt sie vor allem nachts aus ihrem Versteck heraus. Sie wird bis zu zwölf Zentimeter groß.
100 Bachschmerlen wurden am vergangenen Samstag vom Fischereiverein Höchstadt und dessen Artenschutz- und Biotopgruppe zwischen Höchstadt und Lappach wieder ausgesetzt, um dem bei uns nahezu ausgestorbenen Fisch wieder ein neues Zuhause zu schenken.
Vor rund 22 Jahren gab es ein Umdenken bei den Fischern. Als Paul Neudörfer erstmals die Idee des Artenschutzes in den Verein einbrachte, wurde er oft belächelt, erzählt er heute. Doch die Umwelteinflüsse und fehlende Kläranlagen machten es den damals noch heimischen Fischen schwer, zu überleben. Die Verschmutzung der Bäche wurde immer schlimmer. Doch dann kam eine "große Wendung", wie es Neudörfer beschreibt.


Sponsoren helfen dem Verein

In den vergangenen 20 Jahren wurden über 200 000 Fische gesammelt und neu gekauft, um Arten wie die Nase, Aalrutte, Barbe, Grünling oder Edelkrebse wieder anzusiedeln. "Unsere Kinder sollen die heimischen Arten nicht nur aus dem Buch kennen", erklärte der Vorsitzende des Fischereivereins, Klaus Müller, am Samstag.
Doch das Vorhaben der Fischer ist mit viel Geld verbunden. Die 100 Bachschmerlen haben alleine 200 Euro gekostet. Um trotzdem weiter neue Fische aussetzten zu können, unterstützen Sponsoren wie Medwork, Murk, Sparkasse oder das Zigarrenhaus Riegler den Verein. Rund 1000 Euro kommen so pro Jahr zusammen. "Das Geld geben wir restlos für den Artenschutz aus", versichert Neudörfer.
Inzwischen schließen sich andere Vereine an, um bald wieder mehr Fischarten in den heimischen Gewässern zu haben. Der Lions-Club veranstaltet extra ein Jazz-Konzert im Juli, um die Fischer und damit die Artenschutz- und Biotopgruppe in Höchstadt zu unterstützen. "Das ist Motivation für uns alle", sagt Neudörfer. Natürlich werden die Fische aber nicht gegessen. Sie werden gefangen, fotografiert und anschließend wieder fachgerecht eingesetzt.
Yannick Hupfer