Der Wald auf dem Zuckerhut gehört der Marktgemeinde Wiesenttal, er wird von der Rechtlergemeinschaft Birkenreuth bewirtschaftet. Die 20 Rechtler fassten nun den einstimmigen Beschluss, die Aufteilung der Gemeindewaldfläche zu beantragen. Anschließend sollen die Rechtler Parzellen als Privateigentum erhalten.
Diesem Wunsch steht der Marktgemeinderat grundsätzlich positiv gegenüber, hat er doch gute Erfahrungen mit derartigen Auflösungen in Wüstenstein gemacht. Hingegen gibt es in Muggendorf noch 50 aktive Rechtler. Die Dritte Bürgermeisterin Susanne Braun-Hofmann (CSU) hat sich über eine mögliche Vorgehensweise kundig gemacht. Demnach würde die BBV Landsiedlung die Begleitung des Prozesses übernehmen können, die eigentliche Abwicklung übernähme dann die Flurbereinigung in Bamberg. Das ist, so Braun-Hofmann, ein kostengünstiger Weg, da keine Vermessungskosten bis auf die Grenzsteine anfallen.


Berechnung der Rechte

Die Waldfläche ist 23,8 Hektar groß. Davon soll nach den Vorstellungen der Rechtler das Waldstück Steinbühl mit 4,2 Hektar in Gemeindeeigentum bleiben, da sich dort ein Spiel- und ein Fußballplatz befinden. Damit konnte sich auch der Rat anfreunden.
Konrad Rosenzweig (CSU), von Beruf ein Bewertungsfachmann für landwirtschaftliche Grundstücke, wies auf die Wertberechnung der einzelnen Rechte hin. Er betrage das 18-fache des jährlichen Reinertrags. Als nächstes wird man mit den Rechtler den Wald begehen. Da das weitere Vorgehen zu den Grundstücksangelegenheiten gehört, wird es in einer nichtöffentlicher Sitzung behandelt werden.
Eine Brücke zum Schnäppchenpreis wird es bei der Riesenburg geben. Federführender Bauherr ist die Stadt Waischenfeld, auch wenn die Mitte der Wiesent die Gemeindegrenze bildet. Und das bringt einen zusätzlichen Zuschuss für den rund 80 000 Euro teuren Metallsteg. Denn der Landkreis Bayreuth legt nochmals 25 Prozent auf die 50-Prozent-Förderung nach dem Naturschutzprogramm drauf, so dass Wiesenttal lediglich mit 12,5 Prozent oder rund 10 000 Euro zur Kasse gebeten wird. In einer anderen Frage wandte sich der Fränkische-Schweiz-Verein (FSV) an die Marktgemeinde mit der Bitte um Ermäßigungen bei gemeindlichen Einrichtungen für seine Mitglieder. In Wiesenttal sind die Binghöhle, das Bad in Streitberg und der Minigolfplatz gemeindlich.
Marco Trautner (FWW) sah in dem Antrag eine Chance, auch örtliches ehrenamtliches Engagement anzuerkennen. Auch Hans Heißenstein (WU) hielt es für eine gute Sache, aber die Umsetzung in der Praxis für schwierig. Eine allgemeine Vergünstigung für Vereinsmitglieder sei ungerecht, da Vereine ihrer Zielsetzung nach ganz unterschiedlich für die Öffentlichkeit tätig sind. Konrad Rosenbauer (CSU) merkte an, dass etwa 80 Prozent der Wiesenttaler in Vereinen engagiert sind. Nicht wenige sind eigens dem Förderverein zum Erhalt des Schwimmbads beigetreten. "Hier beißt sich der Hund in den Schwanz", so Rosenzweig, "wenn jemand extra 50 Euro im Jahr zahlt und dann eine Ermäßigung erhält." Er tendiert stattdessen zu mehr Freikarten.
Mehr auswärtige Besucher erhoffte sich Roland Knauer (BGS), was Manfred Bischoff (FWW) aber bezweifelte: "Der FSV muss doch sehen, wie Gemeinden an ihren öffentlichen Einrichtungen herumknabbern." Da Bürgermeister Helmut Taut (FWW) noch recherchieren will, stellte der Rat da s Thema zurück.