Im Feuerwehrverein der FFW Kirchaich brodelt es. Äußerer Anlass ist das Schreiben eines Mitglieds, das Vorsitzender Jens Burger anlässlich der Hauptversammlung des Vereins im "Alten Rathaus" verlas. Gefordert wird darin eine namentliche Abstimmung über alle Mitglieder des Vorstands sowie zusätzlich eine Abstimmung über die Verweigerung der Entlastung des Kassiers.
Nun wäre dieser Antrag eigentlich hinfällig gewesen, wie der Verein mitteilt: Kurz zuvor sei der Vorstand samt Kassier bereits bei einer Gegenstimme entlastet worden. Doch Vorsitzender Burger, sein Stellvertreter Markus Graser, der Schriftführer Werner Burger, der Beisitzer Tobias Siedler sowie der Vertreter der passiven Mitglieder im Vorstand, Sebastian Thomas, nahmen diesen "Misstrauensantrag" zum Anlass, ihrerseits mit dem Kassier mit sofortiger Wirkung ihren Rücktritt zu erklären, wie es in der Mitteilung des Vereins heißt.


Das Vertrauen fehlt

In einem Schreiben sprechen sie vom schwierigen Verhältnis zu Teilen der aktiven Wehr und davon, dass die Voraussetzungen für eine vertrauensvolle und eine harmonische Zusammenarbeit nicht mehr gegeben seien. Deshalb mache man den Weg frei für eine neue Vorstandschaft. Man wünsche der FFW Kirchaich und dem Verein alles Gute und viel Erfolg für die Zukunft.
Es folgte eine rege Diskussion, in der den Angaben zufolge mehrfach an die Führung des Vereins appelliert wurde, den Rücktritt zu überdenken. Jens Burger bat die Mitglieder, die Tatsachen zu akzeptieren. Er selbst bleibe aktiver Feuerwehrmann, weil dies seine Intention sei. Er wolle Menschen helfen und nicht wegen andauernder Streitigkeiten die Lust an der Feuerwehrarbeit verlieren.
Dann stellte er den eingegangenen Antrag der Versammlung trotzdem zur Abstimmung. Dies schon deshalb, wie er erklärte, weil die Beisitzer Christian Herzog und Karlheinz Gülta nicht vom Rücktritt betroffen seien und im Antrag ebenfalls zur Abstimmung gestellt worden waren. Doch der Antrag wurde ohne Gegenstimme abgelehnt.
Nun soll der gesamte Vorstand des Feuerwehrvereins in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am Samstag, 24. Februar, 18 Uhr, im "Alten Rathaus" neu gewählt werden. Die amtierende Vorstandschaft führt den Verein bis dahin kommissarisch weiter.


Anbau an Gerätehalle

Zuvor war Vorsitzender Burger auf das vergangene Jahr eingegangen, das für den Verein recht ruhig verlaufen sei. Außer dem Florianstag am 7. Mai und der Weihnachtsfeier am 23. Dezember habe man keine Veranstaltungen durchgeführt. Hauptaufgabe sei die finanzielle und ideelle Unterstützung der aktiven Wehr und der Kinderfeuerwehr gewesen. Burger ging bei den anstehenden Vorhaben vor allem auf den Anbau des dritten Stellplatzes an die Feuerwehrgerätehalle ein und rief die Mitglieder zur Mithilfe auf.
Kommandant Norbert Gülta berichtete, dass die Feuerwehr 38 Aktive zähle. Davon seien 22 Atemschutzgeräteträger. In der Jugendfeuerwehr sind Gülta zufolge derzeit fünf Jugendliche aktiv. 30 Einsätze im Zuge der technischen Hilfeleistung, vier Brand- und weitere Einsätze wurden geleistet. 22 Übungen habe man absolviert, sagte er. red