Ekkehard Roepert Forchheim —  Es kommt nicht so häufig vor, dass ein Mitarbeiter der Stadt von der Politik aufgefordert wird, mehr Geld auszugeben. Doch wenn es um das Forchheimer Straßennetz geht, reagiert der Stadtrat seit Jahren alarmiert, weil eher zu wenig investiert wird. Es herrscht der Konsens, dass zu viele der städtischen Radwege und Straßen in einem prekären Zustand sind und dass für Unterhalt und Erneuerung zu lange zu wenig getan wurde.

Daher kam der Einspruch des CSU-Stadtrates Holger Lehnard am Dienstag nicht ganz überraschend. Er sei "verwundert", dass Werner Schaup (Leiter des Tiefbauamtes) nicht mindestens 100 000 Euro mehr investieren wolle. Werner Schaup hatte sich Gedanken über den Straßenunterhalt 2020 gemacht; und vorgeschlagen, noch in diesem Jahr 200 000 Euro "bereitzustellen". So könne der Zeitraum bis zur Verabschiedung des städtischen Haushaltes für die Ausschreibung und den Bau genutzt werden, meinte Schaup.

Die Rückendeckung der Stadträte im Planungs- und Umweltausschuss war Schaup gewiss. Die Räte genehmigten nicht nur die 200 000 Euro für die Sanierung in der Hans-Böckler-Straße und in der Wassergasse, sowie für den Radweg in der Steinbühlstraße; Udo Schönfelder (CSU) ermunterte den Leiter des Tiefbauamtes gar, seinen Ansatz auf 400 000 Euro zu verdoppeln.

Zur Erinnerung: Im Jahr 2018 hatte die Stadt marode Straßenabschnitte in einer Länge von 1,5 Kilometer saniert; zu einem Zeitpunkt, als es in Forchheim bereits 39 Kilometer Straße gab, die erneuert werden mussten.

Um den Sanierungsstau in den Griff zu kriegen, hätte die Stadt 2018 fünf Millionen Euro ausgeben müssen. Tatsächlich ausgegeben hat sie aber nur 650 000 Euro.

Für 2019 waren dann eine Million Euro für den Forchheimer Straßenunterhalt eingeplant worden. Am Dienstag sagte Werner Schaup, dass er mit dem Kämmerer gerade Gespräche führe, um noch heuer weitere Mittel für 2020 einplanen zu können.

Hinter Schaups "Bedarfsberechnungen" steht eine präzise Analyse: Das Bauamt denkt beim Straßenunterhalt in Dekaden. Unterstützt werden die Ingenieure von dem sogenannten Road-System-Programm: Es hat ausgerechnet, dass in Forchheim in den nächsten zehn Jahren jährlich 2,5 Millionen Euro ausgegeben werden müssen. Denn nicht nur viele Straßen, auch Dutzende Brücken sind in einem Zustand, der nach Investitionen verlangt.