Frühlingszeit ist Schultaschen-Einkaufszeit: Die meisten Ranzen für den Schulstart werden im Frühjahr gekauft. Um Bücher, Hefte, Pausenbrot und Co. ordentlich zu transportieren, gehört eine Schultasche zum wichtigsten Begleiter auf dem Weg zur Schule. Oft birgt diese jedoch Gefahren für die junge Muskulatur: Viele Schulkinder klagen über Rückenleiden, fast die Hälfte hat eine Haltungsschwäche. Ursache dafür kann ein falscher Ranzen sein. Dr. med. Ralf Junghanns, Chefarzt Unfallchirurgie und Orthopädie im Helios St.-Elisabeth-Krankenhaus Bad Kissingen, weiß, worauf Eltern achten sollten.

Wirbelsäule entlasten

"Rückenschmerzen und Haltungsschwächen bei Kindern können vorgebeugt werden. Wichtig ist dabei nicht nur der richtige Schulranzen, sondern vor allem auch, dass er richtig getragen wird", sagt Junghanns. Die Knochenstruktur von Kindern ist weicher als die von Erwachsenen. Schwere Lasten führen zu Stauchungen der Wirbelsäule und verursachen Fehlstellungen: "Im schlimmsten Fall drohen Verformungen wie Rundrücken oder Wirbelsäulenverkrümmungen. Anhaltende Rückenschmerzen im Kindesalter sind ein Warnsignal. Die Ursachen sollten deshalb immer von einem Orthopäden abgeklärt werden", empfiehlt Dr. Junghanns.

Für den täglichen Weg in die Schule sollten die Abc-Schützen nicht mehr Bücher und Schulbedarf mitnehmen als wirklich nötig: "Kinder sollten nicht mehr als zehn Prozent ihres Körpergewichts auf dem Rücken tragen. " Am besten packen Eltern am Vorabend gemeinsam mit ihren Kindern den Ranzen und sorgen dafür, dass wirklich nur das verstaut wird, was für den Unterricht nötig ist.

Zudem ist der richtige Sitz des Ranzens entscheidend: "Der Schwerpunkt sollte möglichst nah am Körper liegen und der Schulranzen über beide Schulterblätter getragen werden, um eine einseitige Belastung zu vermeiden", erklärt Junghanns. red