Michael Memmel

Was würden Sie lieber finden? Fünf Euro oder 500 Euro? Bevor Sie sich vorschnell für den höheren Betrag entscheiden, sollten Sie besser erst diese Geschichte lesen...
Am Dienstagmorgen brachte eine Frau aus Schönbrunn im Steigerwald ihren Mann zur Arbeit, hob bei ihrer Bank 500 Euro ab und fuhr dann zu einer Tankstelle in Ebelsbachs (Landkreis Haßberge). Sie entschied sich für eine 60-Euro-Füllung am Automaten, legte ihre Geldbörse samt Restgeld und Bankkarte auf das Autodach und wartete auf das Ende des Zapfvorgangs. Tank verschließen, Auto starten, losfahren - erst zu Hause realisierte die Frau, dass ihre Geldbörse mit dem beträchtlichen Inhalt fehlte. Schnell machte sie sich auf die Suche, kontaktierte Tankstelle und Bank - und durfte aufatmen: Ein Rentner hatte nur eine Stunde später sämtliches Geld und die Karte bei ihrem Kreditinstitut in Ebelsbach abgegeben. Der "Held des Tages" aus Viereth war mit dem Rad unterwegs gewesen und hatte unweit der Tankstelle den Geldbeutel auf der Straße entdeckt. Gestern trafen sich Finder und Frau auf einen Kaffee in Burgebrach. Der Mann sagte ganz offen: "Wären es fünf Euro gewesen, hätte ich sie wohl genommen und mir ein Bier spendiert, aber wenn ich die knapp 500 Euro behalten hätte, hätte ich nicht mehr ruhig schlafen können!"
Sind Sie jetzt überzeugt, dass es besser ist fünf Euro zu finden? Aber sie kennen ja noch gar nicht das Ende der Geschichte! Zum Abschluss erhielt der Vierether von der Schönbrunnerin nämlich Finderlohn. Und zwar zehn Prozent, also 50 Euro. Sehen Sie, natürlich ist es besser, auf 500 Euro zu stoßen. Und wenn Sie ehrlich sind, zahlt sich das doppelt aus - finanziell und mit einem seligen Nachtschlaf.