Gleichberechtigt und selbstbestimmt: Alle Jugendlichen im Landkreis Erlangen-Höchstadt sollen unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder von körperlichen Beeinträchtigungen am Zusammenleben in Schule und Freizeit teilhaben. Das ist das Ziel eines Inklusionsprojektes der Bildungsregion Erlangen-Höchstadt, der Lebenshilfe Erlangen-Höchstadt, der Lebenshilfe Erlangen und des Kreisjugendrings Erlangen-Höchstadt. Landrat Alexander Tritthart (CSU) freut sich über das "wegweisende Signal" des sozialen Miteinanders: "Wir wollen in einem Landkreis leben, der tolerant ist und niemanden ausgrenzt." Dafür fördert der Landkreis das "Leuchtturmprojekt der Bildungsregion" jährlich mit 37 000 Euro für die nächsten drei Jahre, teilt das Landratsamt mit.

Um Werte und Normen inklusiver Bildung zu vermitteln, sollen junge Menschen mit Behinderung (14 bis 20 Jahre) als "Experten in eigener Sache" ausgebildet werden: "Wir wollen, dass sich Jugendliche mit und ohne Behinderung austauschen", sagt Angela Panzer vom Kreisjugendring, die Bedarf und Interesse an inklusiver Jugendarbeit in Vereinen und Organisationen im Landkreis ermittelt. Die Erfahrungen, Probleme und Fähigkeiten der inklusiven Jugendgruppen sollen dann dabei helfen, Angebote für Schule, Jugendarbeit und Freizeit zu entwickeln. Um sich untereinander auszutauschen, sind inklusive Arbeitsgruppen geplant, die von pädagogischen Fachkräften der teilnehmenden Lebenshilfen begleitet werden. "Wir wollen neue Begegnungen schaffen: Kinder und Jugendliche sollen erfahren, wie es ist, mit Handicap zu leben und diese Erfahrung weitergeben", sagt Tobias Fahrmeier von der Lebenshilfe Erlangen-Höchstadt. Die Bildungsregion will so "Normalität im Umgang miteinander" stärken, betont Bildungskoordinator Sven Czekal. red