Mit der Zukunft des ländlichen Raum befasste sich Gastredner Manfred Ländner beim politischen Abend des CSU-Ortsverbands Ködnitz im Kerwa-Festzelt. Der CSU-Landtagsabgeordnete aus Kürnach im Landkreis Würzburg, der zwölf Jahre Bürgermeister war, forderte, die Großräume zu entzerren.

Ländner machte zunächst deutlich, dass sich der politische Alltag stark verändert habe. "Früher war die Versammlung der Höhepunkt unserer Arbeit. Der Abgeordnete ist aus München zurückgekommen und hat den Menschen erzählt, was alles aktuell ist." Heute informierten sich die Wähler im Internet, es sei schwieriger, mit ihnen in eine politische Diskussion einzutreten, so der Redner.

"Keinesfalls zubetoniert"

Für ihn sei der ländliche Raum nach wie vor lebenswert, sagte Ländner. In Bayern gebe es tolle Landschaften, die keinesfalls zubetoniert seien. "All das, was wir als Landschaft schätzen, haben unsere Bauern gemacht." Erst als der Mensch Landwirtschaft betrieben habe, habe die Artenvielfalt eine Chance gehabt. Ein dickes Lob zollte er der Gemeinde Ködnitz. Sie schwimme nicht im Geld, stelle sich jedoch den Herausforderungen. "Sind wir doch froh, wenn sich noch Frauen und Männer finden, die sich mit Herzblut dieser kommunalen Verantwortung stellen", sagte Ländner.

Der Mensch auf dem Land erwarte nicht wie der Münchner, "dass er an einem Abend drei verschiedene Theatervorstellungen besuchen kann, dass er zwölf Kinos und 23 Ärzte vor der Haustür hat und am Wochenende in einer Stunde in den Alpen ist". Der Mensch auf dem Land wolle vernünftig leben. Er wolle, dass seine Kinder Zugang zur Ausbildung haben und auch im Alter gute Betreuungsangebote zur Verfügung stehen. "Es ist die Aufgabe der Politik, dafür zu sorgen, dass dies funktioniert."

Leben und Arbeiten müssten heute in einer gewisser Balance sein, fuhr der Abgeordnete fort. Berufe, bei denen diese Work-Life-Balance fehle, seien immer weniger gefragt. Als Beispiele nannte er Gastwirte oder Tierärzte. Hinzu kommt die "Vorschrifteritis" der Deutschen, die mittlerweile die Arbeit der Hausärzte derart erschwere, dass viele sagen würden  "Nein, das mache ich nicht!"

Plädoyer für Hauptschule

Klar bekannte sich Manfred Ländner zu den Hauptschulen: "Sie sind keine Restschulen, sondern eine wichtige Ausbildungsstätte für unsere Kinder." Wenn aber jeder studieren und keiner mehr etwas schaffen wolle, "dann kann unsere Gesellschaft nicht funktionieren".

Der Abgeordnete schloss kämpferisch: "Wir müssen aus voller Überzeugung heraus mit unserem ländlichen Raum werben. Um die Ballungsräume zu entzerren, brauchen wir aber auch die Anstrengung der staatlichen Stellen."

Grußworte sprachen die Abgeordneten Emmi Zeulner und Martin Schöffel. Rei.