Nach den Wetterprognosen war es Museumsleiter Rainer Hofmann doch etwas
mulmig. Umso glücklicher zeigte sich Hofmann darüber, dass es
beim historischen Handwerkermarkt im Fränkische-Schweiz-Museum nicht regnete. Auch die insgesamt 18 Aussteller waren durchwegs zufrieden.
Beim Abschied der beiden Kranzbinderinnen aus Immenreuth in der Oberpfalz kam etwas Wehmut auf. Haben sich Angela Stehbach und Irmengard Panzer nach 20 Jahren Marktteilnahme aus Altersgründen doch entschlossen, nächstes Jahr
nicht mehr dabei zu sein. "Wir sind etwas traurig, denn es war immer schön hier", sagt die 72-jährige Irmengard Panzer. Angela Stehbach, die bald 80 Jahre alt wird, pflichtet ihr bei. Die beiden Kranzbinderinnen haben längst eine große Fangemeinde. Nicht wenige Besucher des Marktes kamen nur wegen ihren herbstlichen Türkränzen. Die Tochter von Irmengard Panzer, Elke Panzer, war mit ihrem Holzspielzeug schon das 15. Mal dabei. "Es ist jedes Mal schön und gemütlich hier. Und es rentiert sich auch", sagte sie.
Noch nicht so lange dabei ist Schneidermeisterin Maria Haas aus Waischenfeld, die unter anderem originelle T-Shirts für Bierwanderer in verschiedenen Farben mit mit einem Warndreieck und dem Aufdruck "Achtung, Bierwanderer" anbietet. "In Waischenfeld bietet sich so etwas an", sagt Maria Haas, die sich auf die maßgeschneiderte Anfertigung der fränkischen Tracht spezialisiert hat. Das erste Mal dabei war Astrid Rösch aus Pegnitz.
Sie ist Glasperlenwicklerin und stellt ihre Glasperlen auch selbst her. Schon als 13-jähriges Mädchen hat sie Arm- und Halsbänder aus Glasperlen hergestellt. "Ich finde es schön hier und habe mich beworben, weil es ein kleiner Handwerkermarkt ist und es hier keine Industrieprodukte gibt", sagt Rösch und betont des Weiteren: "Hier steht wirklich der Handwerker am Stand und verkauft, was er auch selbst gemacht hat." Außerdem
finde man einen reinen Kunsthandwerkermarkt wie in Tüchersfeld heute nur noch sehr selten. Auch aus Pegnitz kam Buchbindermeisterin Annette Löhr. Sie schätzt die Mischung aus neuen Sachen und alten Räumen. "Das finde ich sehr schön und spannend, vor allem auch das Ambiente mit den alten Gebäuden", so Löhr.
Claudia Plechschmidt aus Kulmbach war zum vierten Mal mit ihren Kerzen und Glasschmelzarbeiten dabei, die sich Glasfusing nennen. Sie schmilzt zum Beispiel Bierflaschen mit Bügelverschluss und nennt dieses Kunstwerk dann "Original Kulmbacher Bierbrettla".
"Es ist ein schöner Markt mit einem sehr schönen Angebot der verschiedenen Kunsthandwerker. Das Publikum ist sehr interessiert daran, wie ich meine Kunstgegenstände herstelle", sagt Claudia Plechschmidt.


Eine Steintafel

Steinmetzin Stefanie Eismann aus Egglolsheim ist auch schon viele Jahre dabei. Heuer fertigte sie eine Steintafel mit der Aufschrift "Fränkische-Schweiz- Museum Tüchersfeld"an, das an einer Mauer im Museum seinen Platz finden soll.
Ein "Stammgast" seit zehn Jahren ist auch Puppenspieler Kolja Liebscher aus Frammersbach, der diesmal sein Schattentheater mit drei Märchen mitgebracht hat. "Das ist nicht nur etwas für Kinder, auch viele Erwachsene sehen sich das an", so Liebscher. Thomas Weichert