Die Zahlen sind imponierend: 9000 Quadratmeter Asphalt auf einer Länge von 1,7 Kilometern, dazu 800 Meter Leitplanken. Vom 29. April bis 11. September wurden rund zwei Millionen Euro verbaut, 1,575 Millionen davon sind Fördergelder. Jetzt ist der Gumpersdorfer Weg, die Verbindung zwischen Stadtsteinach und der Stadtgrenze bei Gumpersdorf, wieder frei befahrbar.

Die Straße ist nicht irgendeine Nebenstrecke, sondern seit jeher so etwas wie die geheime Route für Eingeweihte zwischen Stadtsteinach und Kulmbach, wenn die Bundesstraßen 303 und 289 über Untersteinach und durch Kauerndorf zu bestimmten Tageszeiten besonders dicht befahren sind.

Entsprechend groß war auch die Zahl der prominenten Gäste, als Bürgermeister Roland Wolfrum gestern Mittag den Neubau offiziell für den Verkehr freigab. Der Neubau sei die vernünftigste Lösung gewesen, sagte Wolfrum. Für eine in jedem Fall notwendig gewordene Oberflächensanierung hätte die Stadt aus eigenen Mitteln genauso viel, etwa 400 000 Euro, ausgeben müssen. Und das für eine Reparatur, die in vielleicht zehn Jahren wieder fällig geworden wäre, so das Stadtoberhaupt.

Nachdem Messungen aber eine sehr hohe Verkehrsfrequenz ergeben hätten, habe man auch staatliche Zuschüsse beantragen und eine von Grund auf neue Straße bauen können. Die Zusammenarbeit mit Planern und ausführenden Firmen habe makellos geklappt, betonte Roland Wolfrum. Für die Landwirtschaft habe man trotz der an sich total gesperrter Strecke immer einen "kleinen Anliegerverkehr zu den Feldern" bewerkstelligen können.

Landrat Klaus Peter Söllner, selbst ein Stadtsteinacher, schätzte die Bedeutung der Strecke aus eigener Erfahrung als zu manchen Zeiten günstigeren Weg zu seinem Dienstsitz ein.

Auch die SPD-Landratsabgeordnete Inge Aures kennt den Weg seit ihrer Jugend als bevorzugte Verbindung zwischen Kulmbach und dem Oberland und wies auch darauf hin, dass in ländlichen Gebieten der Straßenbau nach wie vor von großer Bedeutung sei, solange der öffentliche Personennahverkehr nicht so laufe wie in den Städten.

Ihr CSU-Kollege Martin Schöffel wies darauf hin, dass die staatliche Unterstützung bei solchen Bauvorhaben durchaus sinnvoll sei.

Bürgermeister Roland Wolfrum wies zudem darauf hin, dass ab dem Ortsschild Stadtsteinach Tempo 30 gilt.