Bernhard Panzer

Sie kommen aus ganz Europa, studieren an renommierten Universitäten wie dem London College of Fashion, dem Istituto Marangoni in Mailand oder an der Creapole in Paris, und sie bringen ihre Ideen jetzt in Herzogenaurach zu Papier.
Zehn angehende Designer aus mehreren europäischen Ländern sind von Puma eingeladen worden, um gemeinsam mit kreativen Leuten des Sportunternehmens an ausgewählten Projekten zu arbeiten. Grundidee waren dabei Inspirationen für den Sport der Zukunft.
Zwei Tage lang rauchten die Köpfe, es wurde getüftelt und entworfen und zum Abschluss gab es eine Vernissage der Entwürfe auf der neuen Puma-Bridge. Übrigens war das der erste Event, der auf dem Bauwerk stattfand, das im vergangenen Jahr als Verbindungsbrücke zwischen den beiden Verwaltungsbauten errichtet worden ist. Kreativdirektor Torsten Hochstetter freute sich, dass er mit der Ausstellung der Jungdesigner den Auftakt machen durfte. Ist er es doch, der vor zwei Jahren mit einer Kohlezeichnung die Gestaltungsidee für den 85 Meter langen Steg gegeben hatte.


Beispiele

Die zehn jungen Menschen entwickelten ihre Entwürfe für Kleidung und Schuhe. In unterschiedlichen Kategorien, wie Motorsport, Fußball, Fitness oder Laufen, bildeten sich Teams und so entstand manch witzige Anregung. Manches entsprang eher dem Reich der Phantasie, anderes hingegen könnte sich veredeln lassen. "Unsere Zielgruppe ist jung", sagte Hochstetter. Und da sei es wichtig, dass sich im Design diese Generation wiederfinde.
Das Unternehmen setze daher auf den Dialog mit den Universitäten, aber auch mit den Studierenden selbst. Und so fanden auch zwei angehende Designer den Weg in ein Praktikum bei Puma: Amy Francesca aus London darf ein Jahr mitarbeiten, Victor Kleina aus Paris sechs Monate.
Sein Studium bereits abgeschlossen hat David Gebka aus Stuttgart. Er zeigte Ideen aus seiner Diplomarbeit. Sein Thema war es, Radfahrer im Straßenverkehr sichtbarer zu machen. Denn "Radler sind ja winzig im Vergleich zum Auto", sagte Gebka. So habe er verschiedene Methoden ausprobiert, beispielsweise eine Jacke zeichnerisch entworfen, die sich im Gegenwind aufbläht und damit "maximale Aufmerksamkeit" erregt. Freilich sei dieses Beispiel etwas überzogen. Die mit Reflektoren ausgestatteten Wendejacken hingegen dürften manche Experten durchaus weiter interessieren.
Grundsätzlich sei es schon möglich, dass die ein oder andere Idee den Weg in die Kollektion schafft, sagte Hochstetter. Deshalb versuche man auch, Studierende ans Unternehmen zu binden und eine Brücke zu bauen "zwischen der Kultur der Studierenden und der Puma-Kultur." Denn: "Die Praktikanten von heute sind die Design-Leader von morgen."
Zu den Inspirationen für den Sport der Zukunft zählte auch die Aufgabenstellung im Motorsport. Die hatte es dem Kreativdirektor besonders angetan. Ging es doch um die Annahme, dass im Jahr 2028 die Formel 1 ausschließlich nachts stattfinden könnte. "Alles muss leuchten", sagte Hochstetter. Ein Paradies für jeden jungen Designer, wie beispielsweise Tom Biblby aus Manchester, der sich diese Gruppe ausgesucht hatte.
Weltweit sind bei Puma etwa einhundert Mitarbeiter mit dem Design beschäftigt, auch in Boston oder Tokio. Drei Viertel arbeiten in der Zentrale in Herzogenaurach, wie Christin Kluth anmerkte, eine Projektleiterin des Design-Challenge.