Auf den Zweckverband zur Abwasserbeseitigung im Raum Theres kommen bis zum Jahr 2025 enorme Kosten zu. Wie der Vorsitzende, Bürgermeister Peter Kraus (Gädheim, CSU), bei der Verbandsversammlung in Gädheim mitteilte, sind Ausgaben von geschätzten 2,2 Millionen Euro zu erwarten.
Die Angaben beruhen hauptsächlich auf einem Bescheid des Landratsamtes, das eine Erweiterung des Stauraumkanals Untertheres eins für 750 000 Euro bis 2019/20, einen Umbau des Stauraumkanals Untertheres zwei für 300 000 Euro bis 2025 und neue Rückführpumpen für die Kläranlage Gädheim für 50 000 Euro fordert. Hinzu kommen 100 000 Euro für ein Filtratbecken, 400 000 Euro für die Ableitung des Schmutzwassers im Zuge des Brückenneubaus bei Horhausen und 600 000 Euro für ein neues Pumpwerk bei Horhausen. Allerdings ist laut Peter Kraus die Erweiterung des Stauraumkanals nicht nachvollziehbar.


Den Etat verabschiedet

Doch zunächst wurde der Haushaltsplan 2018 beschlossen. Er schließt im Verwaltungshaushalt mit 238 900 Euro und im Vermögenshaushalt mit 157 900 Euro und kann ohne Kredite abgewickelt werden.
Zu den Ausgaben im Vermögenshaushalt (Investitionen) zählen die Sanierung der Strecke Dampfach/Horhausen mit 32 900 Euro, ein Filtratwasserbecken mit 100 000 Euro, Planungskosten für eventuell notwendige Rückhaltemaßnahmen am Zubringerkanal mit 5000 Euro, neue Pumpen mit 10 000 Euro und eine Durchflussmessanlage mit 10 000 Euro. Ob allerdings ein Filtratbecken zur Speicherung des Wassers, das beim Pressen des Klärschlamms entsteht, benötigt wird, ist noch offen. Denn die Entscheidung, wie die Klärschlammverwertung künftig aussehen wird, kann erst Mitte des Jahres getroffen werden. Noch in dieser Woche soll der angefallene Klärschlamm gepresst werden, nachdem im Herbst 2017 keine Pressung erfolgt ist. "Doch der gepresste Schlamm kann nicht abgefahren werden, da zurzeit keine Kapazitäten vorhanden sind", sagte Peter Kraus. Der Thereser Bürgermeister Matthias Schneider (CSU) bezeichnete es als "schizophren", dass der Bauernverband zwar die Verwendung von Glyphosat akzeptiert, das Aufbringen von geprüftem Klärschlamm auf landwirtschaftlichen Flächen aber ablehnt.
Die Brücke über den Main bei Horhausen, an die eine Abwasser-Druckleitung von Horhausen zum Pumpwerk am Mainradweg angehängt ist, wird Ende 2019/2020 abgerissen und neu errichtet. In dem Zusammenhang haben Peter Knieling und Andreas Melber vom Technischen Büro Werner (TBW) aus Eltmann die Kosten für zwei Varianten auf die Laufzeit von 40 Jahren berechnet. So kostet eine neue Leitung an der neuen Brücke 582 000 Euro, während ein Düker unter dem Main hindurch "nur" 590 000 Euro erfordern würde. Allerdings bedeutet die Verlegung der Leitung unter dem Main eine größere Unabhängigkeit.


Steg über den Main

Zu den Befürchtungen des Verbandes, dass sich bei einem Düker Sedimente wie zum Beispiel Sand in der Leitung absetzen könnten, erklärte Andreas Melber, dass durch einen Einstau im Fangbecken die notwendige Fließgeschwindigkeit erreicht werde. Matthias Schneider betonte, dass man möglichst viel Sand schon bei Horhausen abfangen sollte. So wurde das TBW beauftragt, diesen Punkt zu berücksichtigen und eine Kosten-Detailplanung für den Düker und ein neues Pumpwerk bei Horhausen zu erstellen.
Grettstadts Bürgermeister Ewald Vögler betonte, dass beim Neubau des Stegs über den Main bei Untereuerheim auch seine Gemeinde die Abwasserleitung neu planen müsse. Es sei ein Düker unter dem Main vorgesehen. Außerdem solle die Anbindung an die Kläranlage in Gädheim bestehen bleiben. "Wir fühlen uns in dem Verband sehr fair behandelt und sind sehr zufrieden", betonte er. Die Gemeinde Grettstadt (Kreis Schweinfurt) ist mit den Orten Ober- und Untereuerheim (1670 Einwohner) an den Verband angeschlossen.