josef Hofbauer

Baumfällarbeiten. "In unserem Fall bedeutet das jede Menge Handarbeit. Die Waldarbeiter sind in einem extrem steilen Waldgebiet der Rechtler aus Wölm zwischen Doos und Behringersmühle unterwegs, um die vom Borkenkäfer befallenen Bäume aufzuarbeiten", erklärt Förster Benedikt Kügel.
Rund 500 Festmeter Holz werden aus dem 14,7 Hektar großen Gebiet entlang der Staatsstraße von Behringersmühle nach Waischenfeld entnommen. Dafür wurde die Straße für eine Woche komplett gesperrt. "Sie ist die einzige Möglichkeit, wie die Bäume abtransportiert werden können", informiert Matthias Kraft, Geschäftsführer der Waldbauernvereinigung (WBV) Fränkische Schweiz, der den Einsatz koordiniert.
Die Topografie erschwere die Arbeiten immens, erklärt Kraft. An den steilsten Stellen muss auf einer Länge von hundert Metern eine Höhendifferenz von 30 Metern überwunden werden. "Bei strömendem Regen mit der Motorsäge in so einem Steilhang zu stehen ist nicht ungefährlich", verdeutlicht Jonas Stielper, einer der Waldarbeiter. Er gehört neben Florian Halbleib aus Pottenstein und den Brüdern Ralf und Jürgen Kremer aus Geroldsgrün (Landkreis Hof), die seit zehn Jahren professionell Fäll- und Rückearbeiten durchführen, zu den Experten in Sachen Waldarbeit. Die Unternehmer sind mit Rückezug und Seilbagger ausgestattet.
"Wir müssen jeden einzelnen Baumstamm anfassen und über die Leitplanke heben, um keinen Schaden anzurichten", erzählt Ralf Kremer. Außerdem, so Matthias Kraft, handle es sich bei dem Gebiet, das vom Borkenkäfer heimgesucht wurde, um einen Schutzwald. Die Bäume sollen die Staatsstraße im Tal vor Steinschlag und Erdrutsch schützen.
Deshalb achten die Waldarbeiter auch darauf, möglichst keinen Baum zu entwurzeln. Gefällte Bäume werden - soweit möglich - nicht durch den Wald gezogen, sondern mit einem Greifarm hochgehoben und mit einem Seilschlepper abtranportiert. "Eine aufwendige Prozedur" gesteht Matthias Kraft. Zusammen mit Förster Benedikt Kügel achtet er darauf, dass Laubbäume stehen bleiben. Auch Fichten, die der Borkenkäfer verschont hat, sollen weiterhin die Hangsicherheit gewährleisten. Bei den Fällarbeiten wird auch darauf geachtet, dass Baumstämme nicht auf Felsformationen fallen. "Wir achten darauf, dass die Bäume schräg zum Hang fallen und möglichst wenig Schaden anrichten, verdeutlicht Ralf Kremer. Erst an der Straße und in einem Bereich von wenigen Metern neben der Straße kann der Harvester, ein Holz-Vollernter, eingesetzt werden. Solche Maschinen fixieren die Bäume, fällen sie, entasten sie und legen die Stämme "portionsgerecht" zum Abholen bereit. "Der Holztransporter ist stets abrufbereit", so Kraft. Verkauft werden alle Sortimente. "Es geht darum, wenigstens die Kosten für die aufwendigen Fällarbeiten zu erwirtschaften", betont WBV-Geschäftsführer Matthias Kraft. Allein die Beschilderung für die Umleitungsstrecke kostete 3500 Euro.