Die Waldbesitzervereinigung Rennsteig feierte in einem festlichen Rahmen ihr 50-jähriges Bestehen. Die Vielzahl der Ehrengäste unterstrich den hohen Stellenwert des knapp fünfhundert Mitglieder zählenden Vereins. Erster Vorsitzender Hans-Georg Lindig erinnerte in der Festveranstaltung an die wichtigsten Aktivitäten des vergangenen Jahres. Er sprach von einem bewegten Jahr.

Die Problematik der fehlenden Einschlagsunternehmen habe man genauso intensiv diskutiert und nach Lösungen gesucht, wie die schleppende Holzabfuhr, auf die man keinen Einfluss habe. Dies gelte auch für den Borkenkäfer und dessen Massenvermehrung. Lindig: "Wir müssen mit aller Gewalt versuchen, die Population der Borkenkäfer zu unterbrechen, um unseren Frankenwald, so wie wir ihn kennen, zu erhalten. "Gegen den Klimawandel habe man kaum eine Chance, den Borkenkäfer allerdings könne man in den Griff bekommen, wenn alle zusammenhalten. Als weiteren wichtigen Punkt sprach Lindig den Geno-Wald an. Um den hoch verschuldeten Wald "beerdigen" zu können, sei in Regensburg eine sog. kalte Insolvenz herbeigeführt worden. Die Herausforderung sei gewesen, den Fehlbetrag von 427 167,70 Euro auszugleichen. Es wurden von jedem genossen 17 780 Euro pro Kopf verlangt, gleich, ob man mehrere Anteile gezeichnet hatte oder nur mit einem Anteil von 2500 Euro dabei sein wollte. Durch die Unterstützung der Kanzlei Wittmann habe der Betrag 8500 Euro herabgesetzt werden können.

Lindig gab noch einen weiteren Hinweis. 2018 sind in Bayern 6000 fm Holz durch Entrindung gefördert worden, es gab dafür Geld, Holz zu entrinden. Die WBV Rennsteig alleine, als eine der kleinsten Waldbesitzervereinigungen, habe davon 1959 fm entrinden lassen, das sind 32 Prozent der Gesamtmasse in Bayern. Lindig informierte über die Unterstützung des Nachbarvereins WBV Frankenwald. Der Vorsitzende Peter Klinger, bat um Hilfe, die Holzberechnungen zu machen. Eine gangbare Lösung wurde hier gefunden.

Die beiden Gastredner, Präsident Olaf Schmidt vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, und Forstdirektor Michael Schmidt informierten in ihren Vorträgen über Klimawandel über den Klimawandel, das Anbaurisiko bei verschiedenen Baumarten und Alternativen hierzu. Landrat Klaus Löffler übermittelte die Glückwünsche des Landkreises zum Jubiläum. Die WBV im nördlichen Landkreis habe sich in dem zurückliegenden halben Jahrhundert bewährt. Der Landkreis danke für das Engagement zur Pflege und Bewirtschaftung des Waldes, von dem jeder Mitbürger einen Nutzen habe. Die Waldwirtschaft erfülle im Landkreis Kronach eine wichtigen Aufgabe. Zukunftsvorsorge bedeute in diesem Zusammenhang die Verjüngung standortgerechter gemischter und damit stabiler Wälder sicherzustellen.

Bürgermeister Timo Ehrhardt hob die gute Zusammenarbeit zwischen WBV-Vorstand und der Stadt Ludwigsstadt hervor und lobte vor allem den Kassier Torsten Wiebe, der 2018 1400 Buchungen hinter sich brachte. Weitere Grußworte sprachen Bürgermeister Thomas Löffler und Bürgermeister Peter Klinger, der für die Unterstützung der WBV Frankenwald an Hans-Georg Lindig einen Flößerhaken überreichte. ph