Ekkehard Roepert Über kaum einen Platz der Stadt ist so lange und so sorgfältig nachgedacht worden, wie über den Paradeplatz. Der Lohn des Nachdenkens gipfelt jetzt in eine preisgekrönte Umgestaltung des Platzes.

Eine Jury aus Stadträten und Experten für Stadtplanung hatten im April den zweijährigen Findungsprozess beendet - und unter neun Wettbewerbs-Vorschlägen drei Varianten favorisiert: Die Wahl auf den Sieger fiel am Ende einstimmig.

Platz wird "durchsichtig"

Wie René Franz, der Leiter des Bauamtes, darlegt, "besticht" der Gewinner-Vorschlag dadurch, dass er die Nutzbarkeit des Paradeplatzes erhält, aber dank einer Sichtachse auch für "Durchsicht" sorge. Bestechend aus Sicht des Bauamtschefs sei auch die Veränderung der Topographie: Die leicht gewölbte Oberfläche des Platzes werde es künftig nicht mehr geben. "Die Wölbung wird nach oben geklappt, dadurch entsteht mehr Platz für Bäume."

Die Jury entschied sich auch deshalb für die Entwürfe aus dem Planungsbüro Grabner, Huber und Lipp, weil die Architekten aus Freising vorsehen, den Paradeplatz mit Fontänen zu verschönern und ihn noch grüner machen, als er in seiner ursprünglichen Form (bevor das Parkhaus gebaut wurde) war; zugleich ließen die Planer aus Freising aber auch genug Raum, den Verkehr am Platz durch breite Straßen zu regeln.

Aufwendig sei die Auseinandersetzung gewesen, resümierte Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD). In der ersten Stufe der Findungsphase hatte es 25 Teilnehmer gegeben. Der Erfolg bestehe darin, dass Bürger, Politiker und Experten gemeinsam "erkannt haben, was wir auf dem Platz wollen", lobte Kirschstein.

Die "Siegerplaner" hätten sich dadurch ausgezeichnet, direkt auf unsere Wünsche einzugehen", sagte Holger Lehnard (CSU), eines der Jury-Mitglieder. Wie sehr das gelungen sei, hob Reiner Büttner (SPD) am Beispiel der Wegeführung, der Sichtachse und der Platzbegradigung hervor. Kritik übte Sabine Dittrich (Grüne) allerdings daran, dass giftige Schnurbäume auf dem Paradeplatz stehen sollen. Und in noch einem Punkt sollte umgedacht werden, meinten Holger Lehnard und Manfred Hümmer (FW): Die Wasserfontänen, die neben der Alten Wache eingeplant sind, könnten in Richtung Hauptstraße verschoben werden.

Dann würden die Gäste vor der Alten Wache an windigen Tagen nicht durch die Gischt der Fontänen belästigt. Entscheidend sei aber, betonte Hümmer, dass nun ein Paradeplatz entstehe, der gleichermaßen von seiner Aufenthaltsqualität wie von seiner Nutzbarkeit lebe.