von unserem Redaktionsmitglied 
Matthias Beetz

Stadtsteinach — Mit dem "Ausmisten" in Büro und Wohnung hat er schon mal angefangen. Und auch im Terminkalender nimmt sein neuer Wirkungsbereich immer mehr Platz ein. Hans Roppelt ist auf dem Sprung nach Kulmbach. Leicht fällt ihm der Abschied als Pfarrer von Stadtsteinach und Untersteinach nicht, wie er bekennt. Vor allem der Menschen wegen, mit denen er 18 Jahre zusammengearbeitet hat.
"Ich habe Glück gehabt", sagt der Dekan in der Rückschau. Glück - damit meint er vor allem die "weit über 100 ehrenamtlichen Mitarbeiter" in den Gemeinden, die sich mit der Kirche identifizieren. Und natürlich die Hauptamtlichen in Büro und Seelsorge. Aufzählen will er sie nicht in einzelnen, aber ein Name ist ihm doch ganz wichtig: Der von Pastoralreferent Klaus Oberkofler, der ihm nicht nur Kollege, sondern Freund geworden ist.
Dass es in den vergangenen 18 Jahren auch bei Pfarrer Roppelt Sorgen gegeben hat, verschweigt er nicht. Die großen Baumaßnahmen zum Beispiel forderten ihm der Kosten wegen Respekt ab. Am Ende ist alles gut gegangen. "Wir haben keinen Cent Schulden gemacht", sagt er mehr als zufrieden.

Respekt vor den Finanzen

Die Sanierung von St. Michael außen und innen war zudem mit der großen Frage verbunden, ob die doch massive Umgestaltung der Kirche auf Zustimmung bei der breiten Öffentlichkeit stoßen würde. Sie hat es getan. "Unsere Pfarrkirche ist schön", dieses mehrfach geäußerte Lob der Kirchgänger freut den 59-Jährigen besonders. Und auch die schrittweise Sanierung des Pfarrheims, die energetische Sanierung des Pfarrhauses und die Erweiterung des Kindergartens um eine Krippe seien mit großer Unterstützung aus den kirchlichen Gremien und mit finanzieller Hilfe der Gläubigen geschultert worden.
In seelsorgerischer Hinsicht habe man die Arbeit gemeinsam weiterentwickeln könne, wie er betont. Zielsetzungen wie zum Beispiel die Steigerung der Familienfreundlichkeit habe man im Team erarbeitet und in der Praxis umgesetzt.
Was den Dekan ebenfalls positiv an Stadtsteinach erinnern wird, ist die Funktion als Ausbildungspfarrei. "17 Jahre durfte ich junge Leute begleiten", resümiert Roppelt und spricht im Hinblick auf die Herkunft der jungen Geistlichen von einer enormen Bereicherung auch durch andere Kulturen.

Herzliche Ökumene

Was er auf keinen Fall zu erwähnen vergessen möchte: "Die herzliche Ökumene mit den evangelischen Christen", auf die er auch an seiner neuen Wirkungsstätte setzen will.
In der Zusammenschau hat der Dekan Stadtsteinach und Untersteinach als lebendige Gemeinden erlebt, in denen er sich "sehr, sehr wohl gefühlt" hat. "Ich gehe schweren Herzens", bekennt Roppelt. "Ich hatte nie das Gefühl allein zu sein", sagt er in durchweg positiver Bilanz.
Vor diesem Hintergrund wünscht er seinem Nachfolger Wolfgang Eßel einen guten Start. "Der Neuanfang ist auch eine Chance", sagt der Dekan und wünscht sich, dass die Stadtsteinacher und Untersteinacher Christen weiter in den Gemeinden mitarbeiten "und spüren: Wir sind Kirche". Roppelt: "Ich kann eine lebendige Pfarrgemeinde übergeben, in der man sich wohlfühlen kann. Und außerdem bleibe ich Stadtsteinach als Dekan erhalten."
Was die eigene Zukunft in Kulmbach angeht, so sieht sich der Dekan vor eine "Riesenaufgabe" gestellt, "die ich nicht allein erfüllen kann". Immerhin hat er in sechs Gemeinden rund 8500 Katholiken zu betreuen.

ULF-Pfarrhaus ist Dienstsitz

Doch er geht den Auftrag mit "großem Gottvertrauen" und der Gewissheit an, dass auch im neuen Wirkungskreis ein gutes Mitarbeiterteam zu finden ist. "Kaplan Alexander Brehm bleibt ebenso wie Pastoralreferentin Bärbel Janzing. Und mit Thomas Muttam kommt noch ein weiterer Kaplan", erklärt Roppelt, dessen Dienstsitz auf Weisung des Erzbischofs nach Abschluss der Renovierung das ULF-Pfarrhaus wird.
Zunächst einmal möchte der 59-Jährige die Gemeinden und die Menschen dort kennenlernen. "Und dann werden wir die Diskussion um Themen und Aufgaben beginnen."