von unserem Redaktionsmitglied 
Alexander Hartmann

Mangersreuth — Manfred und Marga Kochleus sind stinksauer. "Ich kann beim Kochen meist nicht mal das Fenster kippen", sagt Marga Kochleus, die sich über den üblen Geruch beklagt, der in der Mangersreuther Straße aus dem Kanalnetz kommt. "Im Sommer auf der Pergola sitzen - das ist dann, wenn das Abwasser gepumpt wird, nicht möglich", pflichtet ihr Nachbar Helmut Reinhardt bei.
Dabei hatten die Bewohner gehofft, dass sich das Geruchsproblem mit der 2013 erfolgten Baumaßnahme in der Mangersreuther Straße lösen würde. Die Maßnahme sei allerdings dilletantisch ausgeführt worden, sagt Helmut Reinhardt, der nicht verstehen kann, dass bei einem sogenannten Vollausbau kein neuer Abwasserkanal verlegt wurde. "Wir haben immer noch den alten Kanal, der löchrig ist wie Käse und fehlerhafte Hausanschlüsse hat. Er liegt auch nur 40 Zentimeter unter der Fahrbahnoberfläche." Reinhardt, der über 30 Jahre Bauleiter war, ist der Meinung, dass man bei einem Vollausbau einen neuen Kanal mit einem größeren Durchmesser hätte verlegen sollen. Den Kanal hätte man dann auch tiefer legen müssen.
Dabei hätten den Vollausbau die meisten Anwohner gar nicht gewollt. "Eine Oberflächensanierung hätte uns genügt", sagt Helmut Reinhardt, und Marga Kochleus führt an: "So lange es weiter stinkt, zahlen wir für den Vollausbau kein Geld." Da der städtische Kanal nicht tief genug liege, sei es ein Problem gewesen, einen neuen Hausanschluss zu verlegen, stellt Manfred Kochleus fest. "Das hat uns einige tausend Euro gekostet." Verärgert sei man darüber, dass man von den Stadtwerken immer vertröstet werde. "Es tut sich nichts. Wir haben die Schnauze voll", erklärt Marga Kochleus." Für Helmut Reinhardt steht fest: Nur durch eine Neuverlegung des Kanals oder durch eine Umleitung des Abwassers könne man das Problem in den Griff bekommen. Das werde von Windischenhaig sowie Ober- und Unterzettlitz über Wickenreuth nach Mangersreuth gepumpt.

Über Melkendorf?

Dass das Abwasser von dort möglicherweise tatsächlich über Melkendorf Richtung Kläranlage gepumpt werden könnte, bestätigt der Leiter der Stadtwerke, Stephan Pröschold. Das sei zu prüfen, wäre aber ein kostenintensiver Weg, weshalb man erst einmal versuche, die Geruchsbelästigung mit einfacheren Mitteln in den Griff zu bekommen. "Dass es von Zeit zu Zeit stinkt, das stimmt", so Prö schold, nach dessen Worten die Stadtwerke seit langem bemüht seien, das Problem zu lösen. So seien Chemikalien in die Kanalisation gegeben worden. Das Ergebnis sei aber nicht zufriedenstellend gewesen. Es sei sogar ein Gutachten in Auftrag gegeben worden. Auch durch das Einbringen von Geruchsverschlüssen, die man in die Kanaldeckel integriert habe, habe man versucht, die Belästigung zu beseitigen. Die Kritik, dass der alte Kanal nicht mehr zeitgemäß sei, weist er zurück. "Der Kanal ist auf seine Dichtigkeit hin befahren worden. Es gab keine Beanstandungen." Stephan Prö schold betont, dass der alte Kanal auch nicht die Ursache für die Geruchsbelästigung ist, und stellt fest: "Wir suchen weiter nach einer Lösung, die aber nicht einfach zu finden ist."