Etwa 150 Zuschauer ließen am späten Sonntagnachmittag den Trubel der Vorweihnachtszeit hinter sich und machten sich auf den Weg in die Kulmbacher Spitalkirche. Dort gastierte das Vokalensemble "Cantores Iuvenes" aus der Partnerstadt Saalfeld, das Besinnliches und Feierliches für eine musikalische Stunde im Gepäck hatte. Wunderbare Lieder von Komponisten wie Heinrich Schütz, Felix Mendelssohn-Bartholdy oder Max Reger erfüllten das Kirchenschiff, und spätestens mit dem Abendlied von Joseph Gabriel Rheinberger kam Feststimmung auf.

Dirigent Johannes Viehrig und seine sieben Mitstreiter sangen einst bei den Thüringer Sängerknaben und schlossen sich 1999 zum Männerchor-Doppelquartett zusammen. "Wir dachten uns, wieso soll man aufhören zu musizieren, nur weil man nicht mehr 18 ist", sagte Johannes Viehrig, dem Knabenalter deutlich entwachsen.

Vielfältiges Repertoire

Der Name des Ensembles, der ins Deutsche übersetzt "die jungen Sänger" bedeutet, lässt die musikalische Vergangenheit der acht Musiker noch mitschwingen. In diesen letzten 19 Jahren haben sich die "Cantores Iuvenes" ein eindrucksvolles und vielfältiges Repertoire aufgebaut, aus dem sie am Sonntag in der Spitalkirche schöpften.

Das Ergebnis war ein sehr kurzweiliges Programm, mit angenehmen und klaren Stimmen gesungen, jeder Ton saß - man bemerkte den hohen künstlerischen Anspruch, den die Sänger an sich selbst stellen, obgleich "wir kein Profichor sind", wie es in ihrem Programmblatt geschrieben stand. Das Vokalensemble sei auch nicht kommerziell motiviert, vielmehr sei es ein Anliegen, die Verkündung von Gottes Wort und die Freude an der Musik zu verbinden. "Musik ist die beste Art der Verkündung", sagte Johannes Viehrig.

Ein feines Konzert, bei dem man die Ruhe finden konnte, um sich auf die Weihnachtszeit einzustimmen.