Sie vermitteln Kindern auf spielerische Weise die Bibel. Sie helfen ihnen dabei, die Geschichten und Personen darin zu entdecken. Sie singen und beten mit den Jungen und Mädchen, basteln mit ihnen und studieren mit ihnen kleine Aufführungen ein: 93 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Kindergottesdienste waren Dekanin Dorothea Richter von den Pfarrämtern im Dekanat gemeldet worden. Diese hatte sie zum Neujahrsempfang des Dekanats Kronach-Ludwigsstadt eingeladen.
Richter wollte sich bei den Helfern persönlich für ihr umfangreiches Angebot für Kinder und Jugendliche bedanken. Die Dekanin würdigte die Geehrten für ihre Fantasie, ihren Einfallsreichtum und ihr großes Engagement.
Christa Büttner, Präsidiumsmitglied der Dekanatssynode, hatte eingangs die vielen Gäste im Gemeindezentrum St. Michael Schafstall willkommen geheißen. Sie kam auch auf das Flüchtlingsthema zu sprechen, das sich wie ein roter Faden durch die Grußworte und den vorangegangenen Gottesdienst zog. "Die Großen treffen die Entscheidungen, die von den Kleinen auf die Beine gestellt werden müssen", erklärte sie. In der Rennsteigregion seien Themen wie "Migration" und "Islam" bereits für sie als Kinder und Jugendliche nie ein Problem gewesen.


Zusammenhalt gefordert

Bürgermeister Timo Ehrhardt (SPD) appellierte an das Miteinander. Nur gemeinsam könne man die bevorstehenden Herausforderungen meistern und die Zukunft gestalten. Er zeigte sich dankbar für die in den Rennsteiggemeinden vorbildliche Willkommenskultur - insbesondere auch gegenüber Pfarrer Albrecht Bischoff. In der Gemeinde Ludwigsstadt seien derzeit über 80 Flüchtlinge untergebracht, womit man im Landkreis den ersten Rang einnehme. Der Superintendent des Kirchenkreises Sonneberg, Wolfgang Krauß, würdigte die übergreifende sehr gute Zusammenarbeit. "Wir sind beteiligt an den Problemen, die wir nun vor unserer Haustüre haben", betonte er und hoffte dabei auf eine Kultur des Respektes, der Anerkennung und Solidarität. Die Grüße der katholischen Kirchengemeinden übermittelte Regionaldekan Thomas Teuchgräber. Die katholische Kirche habe bereits 1965 mit der Erklärung "Nostra aetate" eine neue Ära im Verhältnis zu anderen Religionen eingeläutet. Die katholische Kirche lehne nichts von dem ab, was diesen Religionen wahr und heilig sei - auch wenn dieses in manchen Dingen davon abweiche, was sie selber für wahr halte und lehre. "Mit Hochachtung betrachtet die Kirche auch die Muslime", so der Regionaldekan. "Echter Dialog kann nur zwischen Menschen stattfinden. Wichtig ist die Begegnung", ist er sich sicher.
Landessynodale Jochen Wich-Herrlein berichtete von den beiden 2015 stattgefundenen Synoden. Insgesamt werde die Landeskirche 2016 über 30 Millionen Euro für die Flüchtlinge aufwenden. Sein Dank galt in diesem Zusammenhang gerade auch den Ehrenamtlichen für ihr unverzichtbares Engagement.
Dem Neujahrsempfang vorausgegangen war ein Gottesdienst in der Michaeliskirche mit Kirchenrat Rainer Oechslen. hs