Mit dem Kinderstadtführer "Die gestohlene Lanze" hat Linda Wolters, Absolventin des Masterstudiengangs Interdisziplinäre Mittelalterstudien an der Universität Bamberg, eine Rallye durch das mittelalterliche Bamberg gestaltet. Darin hat ein Dieb den Heiligen Georg, der seit 700 Jahren als Ritter auf dem Bamberger Stadtwappen zu sehen ist, um seine Lanze gebracht. Auf der Suche nach ihr führen verschiedene Rätsel Kinder zwischen 8 und 12 Jahren zu historischen Schauplätzen der Stadt und bringen ihnen auf altersgerechte Weise das Leben im Mittelalter nahe.

Im Rahmen des universitären Projekts "Mittelalter macht Schule" entstand daraus ein für alle Schulformen didaktisch aufbereitetes Unterrichtsmodul, das von Schulklassen der Jahrgangsstufen 3 bis 6 gebucht werden kann. Angeboten wird es nun in Zusammenarbeit mit dem Kultur- und Schulservice Bamberg innerhalb des Projektes "kultur.klassen" und kann von Lehrern online unter www.ks-bam.de gebucht werden. "Ziel des Moduls ist es, Schülern in einem mittelalterlichen Kontext den abstrakten Begriff des Welterbes und seine lokale Bedeutung begreifbar zu machen", erklärt Projektleiter Detlef Goller, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Deutsche Philologie des Mittelalters. Er engagiert sich mit Lehrerfortbildungen, der Entwicklung von Unterrichtsmaterialien oder Projektwochen an Schulen dafür, die Geschichte, Literatur und Lebenswelt des Mittelalters im Unterricht zu nutzen, um Fähigkeiten wie Schreiben, Sprachanalyse oder Mediennutzung zu fördern.

Im Modul "Die gestohlene Lanze - Welterbe neu entdeckt" erarbeiten sich die Kinder in einer Doppelstunde zunächst theoretische Grundlagen zum Konzept des Welterbes sowie dessen Nutzen und Wichtigkeit für Bamberg. Am Tag danach werden die im Unterricht erarbeiteten Inhalte in der Praxis entdeckt, wenn es mit der Rallye auf die Suche nach der gestohlenen Lanze geht. red