Die Kreisstadt hat die Festung, der Freistaat die Burg Lauenstein und nun hat der Landkreis ein Schloss. Am Montag wurde der Kaufvertrag vom Wasserschloss zwischen Baron Theodor Rasso Freiherr von Cramer-Klett und Landrat Klaus Löffler (CSU) unterzeichnet (siehe auch Bericht vom Dienstag). Der Landkreis wird nun ab 1. Januar 2020 Eigentümer des Schlosses.

"Das Wasserschloss ist ein Juwel", so der neue Hausherr, Landrat Klaus Löffler am Dienstag bei einem Pressegespräch im Weißen Saal. Er bezeichnete dies als eine bedeutendste Wasserburganlage in Oberfrankens. Er sprach von einem "Dreiklang" im Landkreis. Damit meinte er die Festung Rosenberg, die Burg Lauenstein und das Wasserschloss. Geht es nach dem Landrat, so sollen diese drei Wahrzeichen stärker in Wert gesetzt und miteinander vernetzt werden. Dabei soll auch das "grüne Band" mit einbezogen werden. Weiterhin soll das Wasserschloss für die Themen Umwelt und Nachhaltigkeit genutzt werden. Der Landkreischef verspricht sich auch, damit den Tourismus beleben zu können. Details ließ er bei seinen Ausführungen offen. Er erinnerte an die Diskussionen des Nationalparks. Damals sei man überein gekommen, dass man die eine oder andere Idee umsetzen könnte. Klaus Löffler sprach von einem sukzessiven Prozess, bei dem die Bürger und das Kreistagsgremium mit eingebunden werden sollen.

Der genaue Kaufpreis wurde nicht genannt. Nur soviel wurde bekanntgegeben, dass das Kernschloss dem Landkreis für einen Euro überlassen wurde. Zum Gegenstand des Kaufvertrags zählen aber weiterhin Nebengebäude, Schlosspark, der schlossnahe Parkplatz und ein Grunderwerb von über zehn Hektar. Dieser umfasst 20 Flurstücke, von denen 17 in der Gemarkung Mitwitz und drei in Steinach an der Steinach liegen. Für diese habe der Landkreis die ortsüblichen Grundstückspreise bezahlt, die sich an den festgelegten örtlichen Bodenrichtwerten orientieren, so der Landrat.

"Ich bin heute sehr froh, dass das Wasserschloss jetzt in sicheren Händen ist", so Theodor Rasso Freiherr von Cramer-Klett. Den bisherigen Nutzungsvertrag, der bis zum Jahre 2076 gegolten hätte, bezeichnete der Baron als unbefriedigend. Zudem wies er auf die bisher mehreren Eigentümer und den bevorstehenden Generationswechsel in seiner Familie hin. Den Verkauf an den Landkreis bezeichnete der Freiherr von Cramer-Klett als eine sinnvolle Lösung. Er sei auch froh, dass seine Familie diesen Weg mitgegangen sei. Bei seinen Ausführungen konnte er eine gewisse Wehmut nicht verbergen. Er erinnerte an seine Jugend, die er teilweise im Schloss verbracht hat, und meinte: "Der Kopf sagt wunderbar, das Herz ist traurig". Wie zu erfahren war, bleibt die bisherige Cramer-Klett Forstverwaltung vorerst bis zum 31. Dezember 2024 in ihrem Teil des Wasserschlosses.

Der Landrat vergaß es nicht, sich bei den bisherigen Eigentümern zu bedanken. Er erinnerte an viele konstruktive Gespräche und erklärte: "Mittlerweile hänge ich mit Herzblut am Wasserschloss!"

"Für mich geht ein Traum in Erfüllung", so der Mitwitzer Bürgermeister Hans-Peter Laschka. Mit dem Erwerb des Wasserschlosses durch den Landkreis ergeben sich ganz neue Förderperspektiven für das Wasserschloss. "Der Landrat hat einen guten Job gemacht!" vs