Segway-Touren werden derzeit in vielen Städten angeboten. Zum Beispiel gibt es solche in Fürth, Erlangen oder Bamberg. In der Fränkischen Schweiz bietet Werner Schmitt vom E-Fun-Park in Pottenstein geführte Touren mit dem Segway an. Doch ist das auch für Senioren geeignet?

Gerhard Schmidt aus Leutzdorf darf ein solches "elektrisch angetriebenes Einpersonen-Transportmittel mit nur zwei auf derselben Achse liegenden Rädern" testen, das sich durch eine elektronische Antriebsregelung selbst in Balance hält. Segways dürfen auf Privatgelände gefahren werden, auch wenn man keinen Führerschein hat. Ansonsten wird mindestens ein Mofa-Führerschein benötigt.

Der E-Fun-Park in Pottenstein hat einen eigenen Parcours mit unterschiedlichem Bodenbelag, Kurven, einer Wippe und einer kleinen Schanze. Hier können Touren-Teilnehmer den Umgang mit dem Segway üben oder Personen ohne Führerschein 20 Minuten lang Parcours fahren.

Nur mit Fahrradhelm

Unser Senioren-Test beginnt damit, dass der 75-jährige Gerhard Schmidt zuerst einen Fahrradhelm bekommt. Dann erklären ihm Jonas Springfeld und Teresa Rabbia das Gefährt. Um das Segway vorwärts zu bewegen, muss sich Schmidt mit dem Körper leicht nach vorne lehnen, für die Rückwärts-Fahrt leicht nach hinten. Hält er sich gerade, stoppt das Gerät.

"Am Anfang hatte ich ein wenig Probleme, weil ich mit der Verlagerung meines Körpers nach links und rechts steuern wollte. Aber dazu muss man die Lenkstange bewegen", sagt Schmidt nach dem ersten Probieren. Dann darf er sich in den Parcours aufmachen; zuerst begleitet von Jonas Springfeld, der ihm einige Tipps gibt. Springfeld erzählt, dass es Fahrer gibt, die nicht den Körper nach vorne lehnen, sondern die Lenkstange für die Vorwärts-Bewegung mit den Armen nach vorne drücken: "Das ist aber auf die Dauer sehr anstrengend." Dann probiert der Tester auch den anspruchsvolleren Teil des Parcours. Hier geht es über Holzplanken, eine Wippe und eine kleine Schanze. Alles kein Problem für Gerhard Schmidt.

"Unsere Segways haben große Räder. Die sind komfortabler und bei jedem Belag und jedem Wetter tauglich", erklärt Jonas Springfeld. Das findet auch der Tester. "Es war nicht anstrengend, aber ungewohnt. Meine Beine vibrieren nur ein wenig", meint Schmidt beim Absteigen vom Gerät, findet es aber durchaus geeignet für Senioren.

Ältere Kunden genießen es

Springfeld berichtet, dass gerade ältere Kunden das Segway-Angebot nutzen. Denn bei einigen geführten Touren geht es gemütlich zu, es wird immer wieder Halt gemacht und man kann die Gegend genießen. "Wir halten auch immer wieder an Aussichtspunkten an und machen Erinnerungsfotos", erzählt Springfeld. Es wird die Gegend erklärt und es werden Sagen erzählt. Senioren buchen eher die kürzeren Touren.

Die Segways fahren bis zu 20 Stundenkilometer. Ein Fahrradhelm ist Pflicht. Der Fahrer muss mindestens 35 Kilogramm wiegen, höchstens 120 Kilogramm. Für die Touren wird mindestens ein Mofa-Führerschein benötigt. Die Segways müssen hintereinander fahren.

"Da fährt einer von uns voran. Wir können dann abbremsen, wenn ein Schlagloch ist oder ein großer Stein auf der Strecke liegt, und warnen die Mitfahrer", berichtet Springfeld.

Vor jeder Tour wird erst geübt. Falls sich jemand unsicher fühlt, kann er die Gruppe dann mit einem geliehenen Pedelec begleiten. Oft kommen auch Senioren mit ihren Enkeln zum E-Fun-Park. "Da fahren dann die Großeltern mit dem Segway durch den Parcours und die Enkel fahren Rennen mit den elektrischen Go-Karts", erzählt Jonas Springfeld. Das will unser Tester dann auch noch probieren, zieht sich Sturmhaube und Helm über, zwängt sich in ein Go-Kart und dreht ein paar Runden. Das Problem ist allerdings, wieder aus dem Gefährt herauszukommen.