Ekkehard Roepert Endlich wird sichtbar, wie die Bebauung des Jahn-Geländes aussehen wird. Im März war es zu einem empfindlichen Zusammenstoß zwischen den Stadträten und den Geschäftsführern des Hamburger Immobilienentwicklers Dignus gekommen.

Die Liste der von den Räten geforderten Umplanungen war für die Geschäftsführer Axel und Tilman Rütters zur Geduldsprobe geworden. Es sei beinahe unzumutbar, die Planer in der immer knapper werdenden Zeit in "immer neue Arbeitsschleifen" hineinzubringen, hatte Tilman Rütters kritisiert.

Am Dienstag im Planungsausschuss gelang nun der Durchbruch. Der Forchheimer Bauamtschef René Franz sprach von der "großen Conclusio". Die Bilanz der bisherigen Planungsarbeit, die Tilmann Rütters vorlegte, überzeugte die Stadträte weitgehend. Zwar monierte beispielsweise Holger Lehnard (CSU) die Reduzierung der oberirdischen Parkplätze und die "Verschattung" der westlichen Räume im künftigen Kindergarten. Gleichzeitig würdigte der CSU-Rat die "respektable Leistung" des Architekten Thomas Lemberger, die Zahl der Kindergartengruppen kurzfristig von fünf auf neun erhöht zu haben. Damit reagierten die Planer auf eine aktuelle Bevölkerungsdiagnose, sagte Bauamtschef René Franz.

"Sie haben die großen Aufgaben mit Bravour gelöst", lobte Manfred Hümmer (FW) mit Blick auf das Modell des künftigen Philosophenviertels. Allerdings habe die Stadt nun ein Schulproblem. Denn die Martinschule sei jetzt schon an ihrer Kapazitätsgrenze. Bei rund 600 neuen Bewohnern in den 330 Wohnungen des Philosophenviertels müsse sich die Stadt bei der Schulentwicklung schleunigst etwas einfallen lassen, sagte nicht nur Manfred Hümmer.

Die Planung des Hamburger Immobilienentwicklers zieht sich nun seit fast vier Jahren hin. Tilman Rütters verdeutlichte nochmals den enormen Planungsumfang. Unter den zahlreichen Einwänden stachen vor allem die Bedenken wegen des nahen Industrie-Lärms der Firma Infiana hervor. Rütters erläuterte das Lärmgutachten und betonte, dass die geforderten 70 Dezibel an der Grundstücksgrenze eingehalten würden: "Damit kommen wir zurecht, wir kommen auf Wohngebietswerte."

Tilman Rütters wies auch auf zahlreiche andere Studien und Gutachten hin. Etwa habe man auf die Klima-Studie reagiert, um das Mikroklima der Stadt nicht zu gefährden. Daher sieht die Bebauung auf den vier Baufeldern Flutmulden, Dach- und Fassadenbegrünungen vor.

"Die Planung ist grüner geworden", freute sich Sebastian Körber (FDP). Und die Grüne Stadträtin Sabine Dittrich sah es als Gewinn, dass neben den verpflichtenden Tiefgaragen-Stellplätzen die Zahl der Parkplätze außerhalb der Wohnanlage (der Investor baut sie als freiwillige Zugabe) auf 35 geschrumpft sei. Schließlich entstehe das neue Wohngebiet direkt neben dem Bahnhof. Daher empfinde sie den Stellplatzschlüssel von 1,5 Parkplätze n pro Wohneinheit als zu hoch. Ein Stellplatz pro Wohneinheit wäre wohl ausreichend gewesen, meinte Dittrich.

Unabhängig davon, wie die Ästhetik der Jahn-Bebauung beurteilt werden mag, gelinge es der Stadt Forchheim durch dieses Projekt, "den Nachfragedruck auf dem Wohnungsmarkt spürbar zu reduzieren", stellte Udo Schönfelder erleichtert fest. Und wollte wissen, wann Baubeginn sei. Denn davon hänge ab, wie lange die Jahn-Halle noch genutzt werden könne.

Bis Sommer nächsten Jahres werde die Jahn-Halle noch nutzbar sein, sagte Tilman Rütters: "Im Juni 2019 wollen wir die Baumaßnahme dann angehen."