Runde zehn in der Kreisliga Coburg/Lichtenfels wird am Sonntag um 14 Uhr mit dem Verfolgerduell zwischen dem SC Sylvia Ebersdorf (2.) und dem TV Ebern (4.) eingeläutet. Zur Standardzeit um 15 Uhr stoßen zehn Mannschaften an, darunter Spitzenreiter VfB Einberg gegen TSG Niederfüllbach (14.).
Den Spieltag beenden ab 17 Uhr die Teams aus Heilgersdorf (6.) und Krecktal (8.). Eine Stunde zuvor wird Aufsteiger DJK Lichtenfels bei der Bezirksliga-Reserve in Coburg alles daransetzen, um wieder in die Erfolgsspur zu finden. Das Tageblatt hat sich bei Maurice Koch (35) über die Situation bei der DJK erkundigt. "Mo", wie er in Fußballerkreisen genannt wird, spielte einst selbst für den Coburger Vorgängerverein DVV Coburg und ging auch für den VfL Frohnlach, SC Weismain oder SV Friesen höherklassig auf Torejagd.

Hallo Herr Koch, acht Punkte aus neun Spielen - wie zufrieden kann man als Aufsteiger mit der Ausbeute sein?
Maurice Koch: Ganz und gar nicht. Abgesehen von Ebersdorf war uns keine Mannschaft spielerisch deutlich überlegen. Beim Auftaktremis gegen Niederfüllbach musste ein Feldspieler ins Tor und gegen Ebern hat man gemerkt, dass sie den Abstiegsfight aus der Bezirksliga mitgenommen haben und uns da die Grenzen aufzeigten, aber bei den anderen Niederlagen waren wir auf Augenhöhe. Oft ist es auch eine ärgerliche Schiedsrichterentscheidung - wie zuletzt der ausgebliebene Elfmeterpfiff gegen Einberg, als man den Schlag in Mistelfeld noch hörte - oder mal das fehlende Quäntchen Glück.

Was muss besser werden und wie viele Punkte braucht man für den direkten Klassenerhalt?
Es folgen nun die Wochen der Wahrheit, in denen wir punkten müssen. Wir haben die Topteams hinter uns und müssen nun gegen die direkten Mitkonkurrenten ran. Nach unserem langen Endspurt in der Vorsaison mit zehn Siegen am Stück, hat die Mannschaft anfangs noch die Euphorie in der Vorbereitung gehalten. Danach kam ein kleines Loch und wir haben zurzeit auch viele Verletzte. Aber ich bin überzeugt, dass wir die Qualität haben und uns herauskämpfen. Ich hoffe, dass wir bis zum Vorrundenende um die 20 Punkte haben. Um wirklich beruhigend die Klasse zu halten, braucht man sicherlich 35.

Auch Torjäger Alexander Hurec ist verletzt. Er erzielte im Vorjahr 36 Tore. Bislang traf Ihr Team nur zehn Mal - wie sehr fehlte er?
Seine Knieverletzung und sein Job erlauben leider im Moment nicht mehr Spielzeit. Vergangene Woche habe ich gesagt, stell dich halt rein und vielleicht fällt dir der Ball auf den Kopf - und tatsächlich hatte er dann auch die Chance, aber leider nicht genutzt. Er fehlt uns mit seiner Regionalliga-Erfahrung, denn es hapert allgemein in unserer Offensive. Wir lassen zu viele klare Chancen liegen.

Woher kommt die Abschlussschwäche und was tun Sie dagegen?
Wir haben vor der Saison auf ein 4-2-3-1 System umgestellt, um die Defensive zu stabilisieren, was uns gut gelingt, aber leider auf Kosten der Offensive. Daran arbeiten wir und vor allem an der Präzision beim letzten Pass und Abschluss. Gegen Coburg müssten wir eigentlich nur das Trainierte umsetzen und dann werden wir als Sieger den Platz verlassen (lacht).
Wie beurteilen Sie bisher das Zuschauerinteresse und das Spielniveau in der Kreisliga?
Sicher ist das Tempo einen Tick höher als in der Kreisklasse. Bei Situationen, in denen wir letztes Jahr beim Torschuss kurz überlegen durften, kommt dieses Jahr noch ein Bein dazwischen, aber insgesamt ist das Niveau überschaubar. Zudem ist für uns Lichtenfelser die Liga nicht wirklich berauschend, da es nur gegen Staffelstein ein kleines Derby gibt. Ich denke, es wäre sinnvoll, die Kreisliga anders zu benennen und aufzuteilen.

Die Fragen stellte
Bastian Bieberbach
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