Beim Ehrungsabend in der Oertelscheune in Heiligenstadt scherzt der Bamberger Landrat Johann Kalb (CSU), dass Bürgermeister Helmut Krämer (CSU/Einigkeit) doch wieder als Kandidat antreten könnte. "Nein, das mache ich natürlich nicht. Meine Entscheidung, nicht wieder anzutreten, ist schließlich wohlüberlegt", entkräftet Krämer den Scherz und erklärt, dass er im Wahljahr 64 Jahre alt sein wird.

Deshalb will er nicht noch einmal für sechs Jahre das Amt annehmen. "Außerdem wird in sechs Jahren auch der Geschäftsführer in Rente gehen. Das wäre nicht gut für die Gemeinde, wenn dann gleichzeitig ein neuer Bürgermeister und ein neuer Geschäftsführer die Arbeit aufnehmen würden", ergänzt Krämer. Er konzentriert sich im Augenblick auf die vielen und großen Aufgaben der Gemeinde und schaut interessiert auf den Wahlkampf.

Gerüchte im Umlauf

Hier gibt es einige Gerüchte und es wird über Kandidaten spekuliert. In der jüngsten Marktgemeinderatssitzung saß beispielsweise Stefan Reichold im Zuschauerbereich. Er soll für die Liste "Einigkeit" kandidieren. "Wie das mit der Liste wird, weiß ich nicht. Da ist Harald Schmidt der Vertrauensmann", sagt Krämer dazu. Und Stefan Reichold selbst äußert, dass er sich kommunalpolitisch engagieren möchte. Es gebe aber noch keine Entscheidung über die Art und Weise. Reichold ist Zweiter Vorsitzender des Sportclubs.

Interesse aus dem Sportclub?

Auch der SCH-Vorsitzende soll angeblich als Bürgermeister kandidieren. "Nein, ich kandidiere definitiv nicht", sagt Dieter Hümpfner zu diesem Gerücht. Er sei Vorsitzender des SC Markt Heiligenstadt und 59 Jahre alt. "Wenn man was bewirken will, muss man zwei Perioden einplanen. Da wäre ich dann zu alt", erklärt er. Hümpfner räumt jedoch ein, dass er von verschiedenen Seiten gefragt worden wäre und Unterstützung erhalten hätte. Er möchte aber für die SPD in den Marktgemeinderat gewählt werden.

"Die Bürgernähe hat versprochen, dass es eine Wahl geben wird", äußert deren Fraktionsvorsitzender Bernd Büttner. Derzeit sei die BN mit jüngeren Leuten im Gespräch.

Von verschiedenen Gruppierungen ist auch Gastwirt Marcus Müller aus Veilbronn gefragt worden. "Ob ich als Bürgermeister kandidieren werde, das ist noch offen. Mich interessiert mehr ein Sitz im Gemeinderat", erklärt Müller. Ihm sei eine engere Zusammenarbeit von Gastronomen, Vereinen und Unternehmen wichtig.

Arbeit für den Tourismus

"Im Tourismus sollte sich unbedingt etwas tun. Und die Landkreise und Gemeinden der Fränkischen Schweiz sollten enger zusammenarbeiten", meint er. Müller verrät, dass er Sorge habe, welche Last er als Bürgermeister übernehmen müsste, da die Verschuldung hoch sei. "Mein Favorit als Bürgermeister wäre der Geschäftsführer Rüdiger Schmidt", schlägt Müller vor, der gerade eine Ortsgruppe der Freien Wähler gründet.

"Ich werde die zukünftige Bürgermeisterin oder den zukünftigen Bürgermeister nach bestem Wissen unterstützen", antwortet darauf Rüdiger Schmidt von der Gemeindeverwaltung. Er habe keine Ambitionen, Bürgermeister zu werden.

Johannes Harrer tritt an

Kandidieren wird Johannes Harrer (CSU). Er ist Dritter Bürgermeister, Vorsitzender des CSU-Ortsverbandes und Inhaber des "Heiligenstadter Hofes". "Ich habe das natürlich vorab mit meiner Familie besprochen. Und die wollen mich alle unterstützen", erzählt Harrer. Seine Frau Svetlana führt seit einiger Zeit den Gastronomiebetrieb, so dass er das Amt eines Bürgermeisters übernehmen könnte. "Das Gute ist, dass ich aufgrund meiner bisherigen politischen Tätigkeit weiß, was auf mich zukommt", sagt Harrer, dem die Arbeit als Dritter Bürgermeister große Freude bereite. Aufgrund seiner Selbstständigkeit konnte er viele politische Termine wahrnehmen und er ist auch gut vernetzt. "Wir müssen unseren Bürgern genau zuhören und ernst nehmen, was sie auf dem Herzen haben", meint Johannes Harrer.

Im Gespräch ist auch Marktgemeinderat Johannes Hösch (CSU), der eine etwaige Kandidatur noch nicht bestätigt.