In kleinem Kreis feierte die Evangelische Kirchengemeinde "50 Jahre Gemeindebücherei" im "Gerhard-Welz-Saal" des Grampp-Hauses. Voraus ging ein Dankgottesdienst in der Stiftskirche, den Pfarrer Michael Krug hielt. Krug überreichte dem Büchereiteam um Silvia Henke kleine Aufmerksamkeiten und dankte für deren engagierte Arbeit.

Dieter Hornfeck begann die Feierstunde mit einem geschichtlichen Abriss der Gemeindebücherei, die nach dem Pfarrhaus und dem Kluwe-Laden jetzt im Erdgeschoss des Grampp-Hauses eine endgültige Bleibe gefunden hat. Begonnen hat alles im Jahr 1968, als das Pfarrersehepaar Hermann und Herta Ernst eine Bücherei aufbauten. "Im Gemeindebrief von damals stand, dass durch eine größere Spende 250 Bücher angeschafft werden konnten. Aktuell sind wir bei 8500 Büchern, aber angeschafft wurden bislang 15 000", so Hornfeck. Als viel wichtiger stufte er die Zahl der regelmäßigen Leser ein, die heute bei rund 500 steht.

Neben diesen Zahlen sah Dieter Hornfeck aber die Zahl der Büchereimitarbeiter als viel wichtiger an. Am Anfang war es nur das Pfarrersehepaar. Nun stehen der Bücherei neun Mitarbeiterinnen zur Verfügung, darunter erfreulicherweise auch viele junge Kräfte. "Ein großer Reichtum sind die Mitarbeiter bei uns und Dank an alle für die Aufbauarbeit in den vergangenen Jahren. Als besonderen Luxus haben wir noch mit Christina Smul, Inge Lotte und Ingrid Joosten drei Damen, die das Bücherei-Café schmeißen", zählte Hornfeck auf.

"Kriminaltango" in der Kirche

Besonders wandte sich Hornfeck an die Mitarbeiter der Gegenwart, die auch das Jubiläum mit einer immensen Arbeit vorbereitet haben. Hier verwies Hornfeck auf die Buchlesung mit Harry Luck zu seinem Franken-Krimi "Bamberger Seidla". "Alles stilvoll dekoriert, es hat an nichts gefehlt. Ich habe noch nie so einen schönen Abend in Himmelkron erlebt." Der Abend war so durchschlagend, dass Klaus Schoberth am Sonntagmorgen zu Beginn des Gottesdienstes den "Kriminaltango" auf der mächtigen Kirchenorgel erklingen ließ.

Abschließend betonte Hornfeck, dass das Allerwichtigste die "familiäre und heitere Atmosphäre", die alle über Jahre begleitete. "Pfarrer Welz hat es einmal auf den Punkt gebracht, als er feststellte, die Bücherei ist das Juwel der Krone unserer Gemeinde."

Für Jörg Hammerbacher, Referent für Gemeindeentwicklung am Landeskirchenamt der Evangelischen Landeskirche Bayern, ist eine Bücherei "eine Facette von Kirche, bei der ich selber viel lernen konnte". Das Lesen erschließe Welten. Wenn Kinder heute noch blättern können statt zu wischen, ist das eine wichtige Kompetenz. "Wer liest, taucht in Welten ein, und wer liest, bekommt einen weiten Horizont. Ich glaube, es ist für unsere Gesellschaft wichtig, dass Menschen lesen lernen."

Zehn Prozent der Gesellschaft können nicht lesen und weitere 20 Prozent sind in einem Bereich, wo sie zwar noch lesen können, aber das Lesen nicht mehr wirklich brauchen. Diese Zahlen hielt Hammerbacher für alarmierend. Umso wichtiger sei die gesellschaftliche Aufgabe, die die Himmelkroner Bücherei nun seit 50 Jahren wahrnehme.