Als Alexander Kamlowski mit seiner Frau Elvira und dem Rest der Familie 1995 nach Mainleus kam, hatte er eine regelrechte Odyssee hinter sich. Jetzt feierte er 80. Geburtstag. Im Alter von drei Jahren wurde der Wolgadeutsche mit seinen Eltern und den beiden Geschwistern im Zweiten Weltkrieg vertrieben. "Mitnehmen konnten wir nur das, was wir tragen konnten, unseren Hof, unsere Tiere, alles mussten wir zurücklassen", erinnerte er sich.
Die Familie wurde nach Kasachstan umgesiedelt, wo sie viele Jahre lebte und in der Landwirtschaft arbeitete. "Doch dort mussten wir auch wieder weg, wir sollten nach Deutschland auswandern." Im ersten Jahr plagte ihn in Mainleus noch großes Heimweh, doch dann hat er sich immer besser eingelebt. Er arbeitete auch hier anfänglich in einem landwirtschaftlichen Betrieb, später noch zehn Jahre lang als Hausmeister.
"Noch heute fällt es mir schwer, Deutsch zu schreiben, denn Deutsch zu sprechen war damals eigentlich verboten", erzählte der Jubilar. Seine Frau Elvira lernte er schon in der Schule kennen, 1958 heirateten die beiden, und ein Jahr später wurde das erste Kind geboren. Fünf Kinder, zwölf Enkel und zehn Urenkel bereichern heute das Leben von Alexander Kamlowski. Uschi Prawitz