Jetzt wird es ernst, am morgigen Sonntag können die Handballerinnen der Turnerschaft Herzogenaurach erstmals zeigen, wie sie sich nach dem Aufstieg in der 3. Liga zurechtfinden. Um 14.30 Uhr empfängt das Team von Trainer Klaus Watzinger Mitaufsteiger TUS Metzingen II in der Gymnasiumhalle.
Die Reserve des Erstligisten wartet mit der vielfachen ungarischen Nationalspielerin Edina Rott auf, die als Trainerin zunächst die erste Mannschaft der Metzinger in die Beletage des deutschen Frauenhandballs führte und mit der zweiten Garde nachlegen will. Gut, nach zuletzt zwei Meisterschaften sind die Aufstiegsmöglichkeiten von den Regularien her erschöpft, doch als Talentschmiede und Aufbauplattform sieht man sich in der 3. Liga bestens aufgehoben, zumal hier auch bis zu fünf U23-Spielerinnen aus der ersten Mannschaft eingesetzt werden können. Doch auch der eigentliche Kern des Teams verfügt über hohe Qualität. Interessant dürfte es werden, zu sehen, auf welchem Niveau Alexandra Kubasta noch aktiv ist, die vor Jahren zur Stammformation des damaligen deutschen Meisters 1. FC Nürnberg gehörte.


Die richtigen Lehren gezogen

TSH-Trainer Watzinger, der davor warnt, sich zu sehr auf einzelne Gegenspielerinnen zu fokussieren, vermutet, dass sein Team gleich auf den stärksten Mitaufsteiger treffen wird, der auch in der Breite gehobenes Ligaformat verspricht. Gleichwohl hofft er, dass seine Mannschaft die richtigen Lehren aus dem Pokalspiel gegen den Zweitligisten SG Herrenberg gezogen hat. "Im Pokalspiel wollten wir von Beginn an das hohe Tempo von Herrenberg mitgehen, was aber dazu führte, dass wir vor allem im Abschluss zu überhastet waren. Wenn es uns gelingt, dies weitgehend abzustellen, ohne dabei unsere Stärke in der ersten und zweiten Welle zu vernachlässigen, sollten wir durchaus mithalten können", erklärt Watzinger.
Dabei muss er auf Neuzugang Lisa Neumann verzichten, auf der einige Hoffnungen ruhen, die sich unter der Woche aber einen heftigen "Pferdekuss" zugezogen hat. Ihre Funktion auf der Spielmacherposition will Watzinger wie in der Vorsaison wieder Nina Bestle im Wechsel mit Vicky Egle übertragen. Im Tor bietet die TSH Martina Ebersberger sowie Kira Knauer auf, nachdem Juliane Gerling verhindert ist. Ansonsten kann Watzinger auf seinen kompletten Kader zurückgreifen, und schon am Saisonstart zeigt sich, wie wertvoll es war, personell auch in der Breite weiter zuzulegen.


Kompakt und kompromisslos

Die Stimmung in und um das TSH-Team sei positiv, zumal in den letzten Wochen sehr gut trainiert worden sei. Viel werde aber davon abhängen, dass die Herzogenauracherinnen vom Anpfiff weg kompakt und kompromisslos in der Abwehr sowie extrem ballsicher agieren, um nicht gleich wieder einem höheren Rückstand hinterherlaufen zu müssen. In der vergangenen Saison war die TSH zwar stabil genug, um sich wieder heranzukämpfen, in der 3. Liga wird es aber keinen Gegner geben, der nicht in der Lage wäre, anfänglich gehäufte Aussetzer humorlos auszunutzen.


Keiner weiß, was kommt

Udo Hermannstädter, sportlicher Leiter bei den TSH-Damen, sieht für die Mannschaft durchaus Chancen wenn "wir das abrufen können, wozu wir eigentlich fähig sind". Gleichzeitig bedankt er sich bei allen Privatpersonen und Firmen für die Unterstützung, "ohne die wir jetzt schon riesige Probleme hätten". Keine Frage, das Abenteuer 3. Liga ist eine der größten sportlichen wie wirtschaftlichen Herausforderungen, denen sich die Handballabteilung je stellte. "Doch nach der guten Vorbereitung sind alle schon etwas positiv aufgeregt, zumal keiner weiß, was da auf uns zukommt", sagt Abteilungsleiterin Christine Odemer.