Der Buchsbaum stieg unter Gartenfans in den vergangenen Jahren vom Geheimtipp zu einem echten Favoriten auf. Er ist nicht nur eine beliebte Zierpflanze, sondern kann auch sehr vielseitig verwendet werden. Sei es als einzelner Zierbaum, als Hecke, als Sichtschutz oder auch als kunstvoll geschnittene Figur. Durch sein besonders dicht wachsendes Blattwerk wirken die aus ihm gestalteten Figuren sehr symmetrisch und lückenlos wie bei kaum einer anderen Pflanze.
Vor allem in groß angelegten, prachtvollen Gärten zeigt der Buchsbaum sein ganzes Können als Zierpflanze. Kein Wunder also, dass er heute so verbreitet ist wie nie. Doch der Buchsbaum hat auch einen natürlichen Feind. Den Buchsbaumzünsler. Bei dem Schädling handelt es sich um einen Falter, der seine Eier hauptsächlich an den äußeren Blättern des Buchsbaums ablegt. Aus diesen Eiern schlüpfen Raupen, die zuerst die Blätter und anschließend die Rinde an den Ästen fressen. Dabei sterben alle Pflanzenteile des Buchsbaums oberhalb der Fraß-Stelle ab.
Das hat vor allem Dieter Kolb aus Höchstadt zu spüren bekommen. Erst vor einer Woche hat er von einem Tag auf den anderen entdeckt, dass sein großer Buchsbaum, den er schon seit Mitte der Achtziger sein Eigen nennt, vom Buchsbaumzünsler befallen wurde. "Das war natürlich erst mal ein Schock", erklärte Kolb. "Ich habe dann sofort angefangen, ihn mit Chemikalien gegen Schädlinge zu bekämpfen. Was man eben so im Haus hat", schilderte er weiter. "Das hat auch soweit ganz gut geklappt, nur fürchte ich, dass sich die Tiere bereits in den Stamm des Buchsbaums vorgefressen haben. Dann müsste ich ihn aufgeben und herausreißen."
Sowohl bei Dieter Kolb, Willhelm Nährig und auch bei Reinhardt Grasse hat der Schädling bereits gewütet. Und bei allen Dreien zeichnet sich dasselbe Bild ab: Befallene Pflanzen in einem beige-gelblichen Farbton, kaum noch Blätter und häufig von den Raupen eingesponnen.


Es gibt Gegenmittel

Auch bei Jutta Sulzer, der Sachgebietsleiterin vom Landratsamt Erlangen-Höchstadt, ist bereits ein Fall des Buchsbaumzünslers aufgetreten. Weitere möchte sie nicht ausschließen. "Es gibt aber bereits Mittel, um dem Zünsler beizukommen", erklärte sie. "Beispielsweise besondere Chemikalien oder auch Lockmittel, um dem Falter, der die gefährlichen Larven legt, frühzeitig beizukommen." Dieser Buchsbaumzünsler-Falter ist hauptsächlich weiß mit einem schwarzen Muster.
Seine Vorderflügel sind in den meisten Fällen weiß mit braunen Außenrändern. Die Flügelspannweite der Falter beträgt circa 40 bis 45 Millimeter. Sie sitzen oft an der Unterseite der Blätter des Baumes, damit die Eier direkt an die Unterseite abgelegt werden können.
Liegen die Temperaturen konstant über 7 Grad, schlüpfen nach ungefähr drei Tagen die Raupen. Diese durchlaufen bei Temperaturen von ungefähr 15 Grad über zehn Wochen lang bis zu sieben Larvenstadien. Bei hohen Temperaturen von über 20 Grad allerdings beschleunigt sich die Entwicklung der Raupen so rapide, dass die sieben Larvenstadien in nur drei Wochen abgeschlossen werden. "Vermutlich wurde der Buchsbaumzünsler aus Ostasien über ein Containerschiff nach Deutschland eingeschleppt", erklärt Jutta Sulzer.
Mittlerweile soll sich der Schädling sogar schon bis nach Österreich und in die Schweiz verbreitet haben. Allerdings ist nicht jeder Befall eines Buchsbaums gleich ein Buchsbaumzünsler.
Ebenso wahrscheinlich wie verbreitet sind auch der Buchsbaumblattfloh (häufig an den Triebspitzen, mit weißen, flockigen Wachsausscheidungen), die Kommaschildlaus (an Trieben oder Blattunterseite), deren Befall zur Wuchshemmung führt, die Spinnmilbe (erst winzige weiße Flecken, dann rötliche Verfärbung), und das Buchsbaumsterben, durch Pilze verursacht (erst braune Flecke an den Blättern, später schwarze Streifen an den Trieben).
Präventionsmaßnahmen hat Jutta Sulzer allerdings noch nicht. "Selbstverständlich helfen starke Pflanzen, einen Befall des Zünslers zu überstehen. Auch gibt es Lockmittel, die die Falter anlocken und beseitigen können. Das erfolgversprechendste Mittel ist aber die regelmäßige Kontrolle. Denn wenn man den Befall rechtzeitig erkennt, kann man diesem auch beikommen", meint sie.
Es gilt also die Devise: Erst muss man wissen, womit man es zu tun hat, bevor man es bekämpfen kann. Und bei einer richtigen Diagnose ist ein Sieg gegen den Buchbaumzünsler gar nicht so unwahrscheinlich.