Auf das "Dilemma der modernen Schule" ging Vorsitzender Gerd Elsner in der Hauptversammlung des Kreisverbands Kulmbach des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV) ein. Die Schule sei heute die einzige Institution, die alle Kinder unabhängig von ihrem sozialen Status, ihrer Religion und ihrem familiären Hintergrund besuchten. Sie solle gleiche Bildungschancen für alle sichern. Und dennoch sei Schule immer ein Spiegel des sozialen Umfelds. Für die Lehrer sei es schwer, allen Bedürfnissen gerecht zu werden.

Bayern müsse mehr Geld in Bildung investieren. Der BLLV sehe mehrere Handlungsfelder, bei denen ein besonderer Bedarf bestehe, so Elsner. Nötig sei ein bedarfsgerechter Ausbau der frühpädagogischen Einrichtungen. Um die Inklusion vollständig umsetzen zu können, brauche man multiprofessionelle Teams. Für die Digitalisierung sei ebenfalls Geld nötig.

Ganztagsschulen könnten die Bildungschancen aller Kinder erhöhen und zu mehr Bildungsgerechtigkeit führen, sagte der Vorsitzende. Aktuell nutzten aber nur 16 Prozent der Schüler Ganztagsangebote.

Bei der individuellen Förderung stießen die Lehrkräfte unter den aktuellen Bedingungen an ihre Grenzen. Nötig wären Ressourcen für Zusatzangebote, zur Differenzierung, für Arbeitsgruppen, Förderkurse oder geeignete Werkstätten.

Da Kinder mit Migrationshintergrund immer noch schlechtere Bildungs- und damit Lebenschancen haben, bräuchte man Integrationshelfer sowie Teams aus Psychologen, Trauma-Experten, Dolmetschern und Sozialpädagogen - sowie mehr Lehrkräfte mit der Ausbildung Deutsch als Zweitsprache.

Zum Erreichen dieser Ziele benötigte man jährliche Mehrausgaben von 1,5 Milliarden Euro und 11 000 Stellen.

Weitere Schwerpunkte wären noch eine Steigerung der Qualität der Lehrerbildung sowie eine Entlastung der Schulleitung, zum Beispiel durch mehr Verwaltungspersonal. Der Erhalt wohnortnaher Schulen, passgenaue Schulgebäude und eine gleichwertige Lehrerbesoldung seien weitere Forderungen des BLLV. Dann, so Elsner, könnten die Lehrer auch in Zukunft nicht nur Wissen vermitteln, "sondern echte Erziehungs- und Herzensarbeit" leisten.

Nach einer kurzen Aussprache erstattete Doris Lauterbach den Kassenbericht. Roland Lutz und Robert Hirschmann bescheinigten ihre eine korrekte Buchführung. red